• vom 26.07.2018, 17:08 Uhr

Chronik

Update: 26.07.2018, 21:05 Uhr

Osteuropa

Steigen die Löhne, sinkt die Auswanderung




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Von Martina Madner

  • Die Lohnentwicklung vieler osteuropäischer EU-Länder hinkt dem Wirtschaftswachstum hinterher.

Die aktuelle Studie zeigt, dass neben dem Wirtschaftswachstum und Arbeitslosenraten auch die Lohnpolitiken sich wesentlich auf die Zu- und Abwanderung auswirkt. - © avlk - stock.adobe.com

Die aktuelle Studie zeigt, dass neben dem Wirtschaftswachstum und Arbeitslosenraten auch die Lohnpolitiken sich wesentlich auf die Zu- und Abwanderung auswirkt. © avlk - stock.adobe.com

So könnte sich die Migration innerhalb Europas in den nächsten Jahrzehnten entwickeln.

So könnte sich die Migration innerhalb Europas in den nächsten Jahrzehnten entwickeln. So könnte sich die Migration innerhalb Europas in den nächsten Jahrzehnten entwickeln.

Wien. Die Erwartungen beim EU-Beitritt der Länder Osteuropas waren große: Produktivitäts- und Lohnniveaus würden sich angleichen, der Wohlstand in allen EU-Ländern durch den gemeinsamen prosperierenden Wirtschaftsraum steigen.

Eine Studie des Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (Wiiw) für die Arbeiterkammer Wien zeigt für acht Länder Mittel- und Osteuropas, konkret Bulgarien, Tschechien, Kroatien, Ungarn, Polen, Rumänien, Slowenien und die Slowakei, nun allerdings: Der Konvergenzprozess, mit dem sich das wirtschaftliche und soziale Gefälle innerhalb der Europäischen Union angleichen soll, verläuft weit langsamer als gedacht - außerdem nicht überall gleichmäßig.


Während Arbeitskräfte aus Bulgarien und Rumänien weiterhin in anderen westlichen EU-Ländern auf Arbeitssuche gehen dürften, werden insbesondere Tschechien aber auch Ungarn schon 2020 zu Einwanderungsländern. Die Wiiw-Studie zeigt, dass neben dem Wirtschaftswachstum und Arbeitslosenraten auch die Lohnpolitiken sich wesentlich auf die Zu- und Abwanderung auswirkt.

Abwanderung geht teils zurück
Das Wirtschaftswachstum der acht Länder lag 2017 zwischen 2,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts in Kroatien und 6,9 Prozent in Rumänien, in Österreich übrigens bei 2,9 Prozent. Mario Holzner, Ökonom beim Wiiw und stellvertretender Direktor des Instituts, sagt allerdings: "Der Zenit scheint 2017 erreicht, auch wenn es mit einem Wachstum zwischen drei und vier Prozent bis 2020 weiter gehen soll."

Eine Folge davon ist, dass sich die Arbeitsmarktlage in diesen Ländern verbessert hat und die Arbeitslosigkeit stark zurückging. Insbesondere in Tschechien könne man mit einer Arbeitslosenrate laut Eurostat von 2,4 Prozent im Jahr 2016 schon von Vollbeschäftigung sprechen. "Tschechien hat das Glück der westlichsten Lage in der Region, es ist ganz stark in die deutsche Automobilwertschöpfungskette eingebunden", sagt Holzner. Und: "Tschechien wird vom Zu- zum Einwanderungsland."

Tatsächlich sank die Bevölkerung Tschechiens im Jahr 2000 zum Beispiel noch um 20.000 Personen, weil die Abwanderung stärker als die Zuwanderung war. Kurz vor der Wirtschaftskrise 2007 aber gab es mit rund 100.000 Personen rund fünf mal so viele Zu- wie Abwanderer - die tschechische Bevölkerung wuchs dadurch um 80.000 Personen. Nach einem ausgeglichenen Jahr 2015 dürfte die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter laut Eurostat bis 2030 jährlich um rund 12.000 bis 15.000 Personen wachsen.

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Dokument erstellt am 2018-07-26 17:17:12
Letzte Änderung am 2018-07-26 21:05:43


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