• vom 08.08.2018, 08:13 Uhr

Chronik

Update: 08.08.2018, 08:33 Uhr

Kriminalstatistik

Erneut Anzeigen-Minus im Halbjahresvergleich




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Von WZ Online, APA

  • Während Wohnungseinbrüche und Kfz-Diebstähle zurückgehen, setzt sich der Cybercrime-Boom fort.

Die Cyber-Kriminalität nimmt weiter zu, auch wenn der Anstieg etwas abflacht. - © APAweb / dpa, Oliver Berg

Die Cyber-Kriminalität nimmt weiter zu, auch wenn der Anstieg etwas abflacht. © APAweb / dpa, Oliver Berg

Die Kriminalitätsstatisik für das erste Halbjahr 2018

Die Kriminalitätsstatisik für das erste Halbjahr 2018© APAweb / APA Die Kriminalitätsstatisik für das erste Halbjahr 2018© APAweb / APA

Wien. Nach einem für 2017 registrierten Zehnjahrestief setzt sich der Rückgang der Kriminalität in Österreich fort. In den ersten sechs Monaten 2018 hat die Polizei nach vorläufigen Zahlen 228.887 Anzeigen bearbeitet, um rund zehn Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das gab das Bundeskriminalamt (BK) bekannt.

Ein markantes Minus gab es bei Anzeigen der Polizei an die Staatsanwaltschaften nach Einbruchsdiebstählen in Wohnungen bzw. Wohnhäuser, ein Trend, der sich bereits im zweiten Halbjahr 2017 erkennen ließ. Die Zahl ist von damals 6.680 auf 5.808 Anzeigen gesunken. Für Täter unattraktiver werden offenbar Ziele, in denen sich an sich begehrenswertes Diebesgut wie Tresore oder wertvoller Schmuck befinden. BK-Direktor Franz Lang führt das auf erfolgreiche Ermittlungsarbeit und auf den Umstand zurück, dass solche Wohnungen bzw. Häuser immer besser gesichert werden.

Versorgungseinbrüche in Zweitwohnsitze

"Wo wir jetzt aber höllisch aufpassen müssen, das sind sogenannte Versorgungseinbrüche in Zweitwohnsitze", sagte Lang im Gespräch mit der APA. Reisende Täter bringen sich demnach vorübergehend dort unter, teilweise handle es sich um Beschaffungskriminalität im Drogenmilieu.

Ein Zehnjahrestief registrierten die Statistiker des Bundeskriminalamts im Bereich Kfz-Diebstahl. 1.092 Anzeigen hat die Polizei im ersten Halbjahr 2018 abgearbeitet, im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 1.275 gewesen. Und nicht allein die Besitzer teurer neuer Fabrikate tun gut daran, in Diebstahlsicherungen zu investieren. "Gestohlen werden auch ältere Modelle, da es offenbar um die Beschaffung von Ersatzteilen für Zielländer geht", erläuterte Lang. Diese Länder befinden sich nach Erkenntnissen der Ermittler im Nahen Osten, in Nordafrika und in Südosteuropa.

Immer mehr Gewaltdelikte mit Stichwaffen

Etwas zwiespältig fällt die Bilanz im Bereich der Gewaltdelikte aus. Zwar gab es einen Anzeigenrückgang um mehr als vier Prozent auf 19.730. Die Zahl der Anzeigen der Polizei an Staatsanwaltschaften nach Tötungsdelikten stieg von 33 auf 34. Ein massives Plus gab es allerdings in Wien: Die Ermittler in der Bundeshauptstadt haben von Jänner bis inklusive Juni 17 solche Anzeigen an die Anklagebehörde weitergeleitet, um zehn mehr als im Vergleichszeitraum 2017.

Sorgen bereitet der Polizei laut Lang, dass bei Gewaltdelikten immer häufiger Stichwaffen verwendet werden. Verübt werden solche Taten sehr oft innerhalb einer Community oder vor dem Hintergrund interethnischer Konflikte, wenn es zum Beispiel um Territorien geht.

Mehr Anzeigen wegen Vergewaltigung

Hinaufgeschossen ist die Zahl der Anzeigen wegen Vergewaltigung - von 261 auf 374, wobei unter den Opfern besonders die Zahl der Frauen aus Afghanistan steigt. Nicht beantworten lässt sich aus Sicht der Polizei zunächst die Frage, ob mehr solche Taten verübt werden oder Frauen eher bereit sind, Anzeige zu erstatten.

Fortgesetzt hat sich der Boom im Bereich Internet-Kriminalität, auch wenn sich der Anstieg laut Lang etwas abflacht. 8.500 Anzeigen hat die Polizei im ersten Halbjahr bearbeitet, im Vergleichszeitraum 2017 waren es knapp 8.000. Zurückzuführen ist dieses Plus auf Betrugstaten, nach denen fast 6.200 Anzeigen erstattet wurden, um rund 500 mehr als 2017. Das Gros entfällt auf den sogenannten Bestellbetrug, sowohl von Seiten vermeintlicher Anbieter - scheinbarer Webshops - als auch von Leuten, die "gratis" online einzukaufen versuchen und meinen, die Angabe einer falschen Identität reicht dafür aus.

Kriminelle Dienstleistungen im Darknet

Neben dem offenen Internet bietet das Darknet einen "Riesenmarktplatz für kriminelle Dienstleistungen", wie Lang es formuliert. "Dort lassen sich Internet-Adressen für Spam-Mails ebenso bestellen wie Hacking-Software inklusive Rezensionen und einer Gratis-Probeversion." Dass ein Teil des Drogenhandels über das Darknet abgewickelt wird, ist bekannt. Die Cyberermittler tun sich in dessen Tiefen um, bei Sicherstellungen wird die Polizeiarbeit wieder bodenständig: Im Paketshop oder im Postkastl.

Die Aufklärungsquote beträgt für das erste Halbjahr nach ebenfalls vorläufigen Zahlen 48,8 Prozent nach 49,7 Prozent im ersten Halbjahr 2017. Von 135.520 festgenommenen Tatverdächtigen waren 40 Prozent Ausländer, in erster Linie Rumänen, Deutsche und Serben.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-08 08:16:39
Letzte Änderung am 2018-08-08 08:33:39


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