• vom 27.08.2018, 15:39 Uhr

Chronik

Update: 27.08.2018, 16:44 Uhr

Recycling

Keine neue Chance für alte SIM-Karten




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Von David Hanny

  • Ausgediente Chipkarten landen oft im Restmüll, auch bei Österreichs Mobilfunkanbietern.


© afp/Philippe Huguen © afp/Philippe Huguen

Wien. SIM-Karten sind heutzutage kaum mehr wegzudenken. Ohne die kleinen Plastikkarten könnten wir weder telefonieren, noch SMS schreiben oder am Smartphone im Internet surfen. Mittlerweile gibt es in Österreich ganz schön viele davon. Ende 2017 waren 14,9 Millionen aktiv genutzte SIM-Karten im Umlauf. Das sind fast zwei Karten pro Kopf. Alte, nicht mehr genutzte SIM-Karten landen meist im Restmüll. Möglichkeiten, die SIM-Karten recyceln zu lassen, gibt es zumindest bei den großen Mobilfunkanbietern keine.

Beim Versuch, eine alte SIM-Karte in einem A1-Shop zur Wiederverwertung abzugeben, heißt es: "SIM-Karten sammeln wir nicht. Einen Knicks rein machen damit die Daten weg sind und wegschmeißen. Wir schmeißen sie selber auch nur in den Müll." Bei der Konkurrenz fällt die Antwort ähnlich aus. "Wir schmeißen SIM-Karten einfach weg", sagt ein Mitarbeiter bei T-Mobile. Bei Drei nehmen sie die Frage mit Humor. "Sie können sie bei uns abgeben und wir entsorgen sie. Es macht aber keinen Unterschied, ob Sie die SIM-Karte selbst wegschmeißen oder wir das tun."

"Wir haben keine
Prozesse dafür"

Dass es keine Recyclingmöglichkeiten gibt, liege vor allem daran, dass kaum jemand seine SIM-Karte zurückbringe. "Es geben so wenig Leute ihre SIM-Karte ab, dass wir keine Prozesse dafür haben. Und wenn, dann befindet sich die Karte in einem alten Handy, das zum Recycling abgegeben wird", sagt Jochen Schützenauer, Sprecher von A1. "In Zukunft wollen wir aber auch einzelne SIM-Karten gemeinsam mit den Handys recyceln." Bei T-Mobile wolle man ebenso Maßnahmen ergreifen und SIM-Karten im Zuge des Handy-Recyclings entsorgen, meint T-Mobile-Sprecher Helmut Spudich. Bei Drei würde es sogar schon Regeln zur fachgerechten Entsorgung geben, in den Shops wusste allerdings niemand davon.

Ein Problem bei der Wiederverwertung sei laut A1 der Energieaufwand. "SIM-Karten bestehen fast nur aus Plastik. Andere Materialien wie Silizium sind nur in ganz kleinen Mengen in den Karten verbaut. Bei der geringen Kartenanzahl, die derzeit zurückkommt, zahlt es sich kaum aus, die Metalle herauszuholen", meint Jochen Schützenauer.

Es gehe dabei nicht nur um die Karten, die Kunden zurückbringen. In Unternehmen würden oft große Menge an SIM-Karten ungenutzt im Lager liegen, sagt Schützenauer. Etwa weil sie noch mit altem Logo geordert wurden. Speziell die gelte es richtig zu entsorgen. "Da geht es um weit mehr als um 30 Karten pro Jahr, die von den Privatpersonen kommen", erklärt er.

Wiederverwertung durch richtige Entsorgung

Dass SIM-Karten durchaus recycelt werden können, weiß Ulrike Volk, Sprecherin der Magistratsabteilung für Abfallwirtschaft (MA48) in Wien. "SIM-Karten zählen wie Speicherkarten und Handys zu Elektrogeräten. Die werden bei uns gesammelt und in einer Verwertungsanlage weiterverarbeitet", sagt Volk. Konkret bei Müller-Guttenbrunn in Amstetten. Der Elektroschrott durchläuft dort diverse Trennverfahren, bis nur mehr die reinen Edelmetalle übrig bleiben. Die werden dann weiterverarbeitet. Auch das Plastik lässt sich recyceln.

Damit eine SIM-Karte auf diese Weise wiederverwertet wird, muss sie in Wien bei einer Problemstoffsammelstelle oder an einem Mistplatz der MA 48 abgegeben werden. In Zukunft könnte das auch beim Mobilfunkanbieter möglich sein.





Schlagwörter

Recycling, SIM-Karten

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-27 15:47:52
Letzte Änderung am 2018-08-27 16:44:25


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