• vom 04.09.2018, 10:09 Uhr

Chronik

Update: 04.09.2018, 10:38 Uhr

Demographie

An die alternde Gesellschaft mittelmäßig angepasst




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Von WZOnline, APA

  • Österreich bietet vor allem gute Plätze in Kategorien wirtschaftliche Sicherheit und Lebensqualität.

Eine Studie analysiert wie sich die Gesellschaft auf die Herausforderungen des Alterns vorbereiten kann. - © APAweb/GEORG HOCHMUTH

Eine Studie analysiert wie sich die Gesellschaft auf die Herausforderungen des Alterns vorbereiten kann. © APAweb/GEORG HOCHMUTH

Wien/New York. Norwegen und Schweden sind einer Studie unter 18 OECD-Ländern zufolge am besten auf die steigende Zahl älterer Bürger vorbereitet. Österreich liegt in dem von den Forschern errechneten "Index der Alternden Gesellschaft" auf Rang zwölf. Punkten kann Österreich laut der im Fachblatt "Pnas" erschienenen Arbeit vor allem mit wirtschaftlicher Sicherheit und Lebensqualität für die Generation 50-plus.

Situation älterer Menschen im Ländervergleich: Bewertung anhand mehrerer Bereiche.

Situation älterer Menschen im Ländervergleich: Bewertung anhand mehrerer Bereiche.© APAweb/APA Grafik Situation älterer Menschen im Ländervergleich: Bewertung anhand mehrerer Bereiche.© APAweb/APA Grafik



In ihrem Index fasste das "Forschungsnetzwerk zur alternden Gesellschaft" um John Rowe von der Columbia University in New York (USA) Daten der OECD und aus anderen Quellen, wie etwa internationalen Umfragen zum Wohlbefinden, zusammen. Bisherige Analysen darüber, wie gut angepasst Länder an die kommenden demografischen Veränderungen sind, hätten sich stark auf wirtschaftliche Indikatoren gestützt. Diesen Horizont wollte das Forschungsteam nun erweitern. Laut den Studienautoren drückt die Index-Punktezahl jeweils aus, "zu welchem Grad sich eine Nation auf effektive Weise den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft stellt".

Norwegen liegt vorne

Im Gesamtindex kommt Norwegen auf 65 von 100 möglichen Punkten, gefolgt von Schweden mit 62 sowie den USA und den Niederlanden (je 60 Punkte). Deutschland folgt mit 55 Punkten auf Rang acht, während Österreich mit 50 Punkten knapp hinter Großbritannien landet. Relativ deutlich zurück liegen Italien (37 Punkte), Slowenien (35), Estland (33) und Polen (31). Abgeschlagenes Schlusslicht der Analyse ist Ungarn mit 23 Punkten.

Jeweils genauer gehen die Wissenschafter auf die fünf Unterkategorien "Erwerbstätigkeit", "Lebensqualität", "Verteilungsgerechtigkeit", "gesellschaftlicher Zusammenhalt" und (vorwiegend finanzielle) "Sicherheit" ein. Punkto "Erwerbstätigkeit" - hier gehen etwa Daten über den Anteil Erwerbstätiger über 65 Jahren oder zum tatsächlichen Pensionsantrittsalter ein - erreicht Österreich 25 von 100 möglichen Punkten und damit Rang zwölf.

Während Österreich bei der "Lebensqualität" (hier gehen die Lebensjahre in weitgehender Gesundheit und die Lebenszufriedenheit ein) Rang fünf belegt, schaut der Analyse zufolge in Sachen "Verteilungsgerechtigkeit" nur Platz zwölf heraus. Berücksichtigt wurden bei Letzterer beispielsweise das Risiko für Altersarmut, Daten zur Teilnahme an Bildungsangeboten über 55 Jahren oder der Gini-Koeffizient, ein Maßstab für wirtschaftliche Ungleichheit.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Den "gesellschaftlichen Zusammenhalt" bewerteten die Wissenschafter etwa über Erhebungen zur sozialen Unterstützung für Ältere oder zum Zusammenleben über die Generationen hinweg. Hier scheint Österreich auf Rang zehn auf. Besser liegt das Land mit Platz fünf im Bereich "Sicherheit", wo u.a. das Einkommen über 65 Jahren oder die öffentlichen Pflegeausgaben berücksichtigt wurden.

Die beteiligten Forscher identifizieren im Rahmen ihrer Studie zwar keine konkreten politischen Maßnahmen, die dazu beitragen, eine Gesellschaft auf die Herausforderungen des Alterns vorzubereiten. Es mache aber durchaus Sinn genauer zu analysieren, was jene Staaten auszeichnet, die im neuen Index weit vorne landen, meinen sie. So zeige sich etwa, wie wichtig es ist, ein adäquates soziales Sicherheitsnetz bereitzustellen. Gleichzeitig würden sich Maßnahmen bewähren, die älteren Menschen dabei helfen, im Erwerbsleben zu bleiben oder sich gemeinnützig zu engagieren, schreiben die Wissenschafter.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-04 10:12:34
Letzte Änderung am 2018-09-04 10:38:55


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