• vom 11.10.2018, 17:37 Uhr

Chronik

Update: 12.10.2018, 15:15 Uhr

Entspannung

"Namasté" ans Gehirn




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Von Alexander Maurer

  • Yoga bringt nicht nur den Körper in Einklang, sondern erhöht unter anderem auch Gedächtnisleistung und Konzentration, sagt ein Neurologe.

Wien. Für die einen ist Yoga eine Lebenseinstellung, für andere ein sportlicher Ausgleich oder lediglich ein Fitnesstrend. Viele jedenfalls nutzen die vielen verschiedenen Übungen mit klingenden Namen wie Lotussitz, Brett, Heldenstellung, Tänzer, Baum, herabschauender Hund, Katze oder Kobra, um den Körper zu entspannen und geistig abzuschalten. Die positive Wirkung auf Körper und Geist ist nicht nur wohlklingendes Versprechen der Yogis und Yoginis. Insbesondere die stärkende Wirkung auf Gehirn und Gedächtnisleistung ist inzwischen wissenschaftlich belegt.

"Bei Menschen, die länger und regelmäßig Yoga betreiben, wurde mittels funktionaler Magnetresonanztherapie nachgewiesen, dass Teile des Frontallappens verstärkt aktiviert sind", sagt der Neurologe Stefan Seidel, der am Wiener AKH und an der Medizinischen Universität tätig ist, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Dieser Gehirnbereich ist für das Planen von Handlungen zuständig. "Aktiver sind aber auch Anteile der Schläfenlappen, die in Verbindung mit dem Stirnlappen für das Arbeitsgedächtnis zuständig sind. In diesem werden wie bei einem Computer Informationen kurzfristig gespeichert und abrufbar gemacht, um Dinge des Alltags zu bewältigen", so Seidel.


Yoga macht das Gehirn
leichter erregbar

Yoga unterstützt demnach die funktionale Konnektivität des Gehirns. Das haben einige wissenschaftliche Studien belegt, zuletzt eine großangelegte Untersuchung an der Universität von Illinois und der Wayne State University in Michigan. Für die Hintergründe der gesteigerten Gehirnleistung bei Yoga gibt es eine Vielzahl von möglichen Erklärungen. Forscher der kanadischen Universität von Waterloo sehen beispielsweise als Gründe für das geistige Entspannen die Ausschüttung des Glückshormons Endorphin, einen gesteigerten Blutfluss zum Gehirn oder schlicht vermindertes Grübeln.

Was nun genau die Wirkung von Yoga bedingt, ist laut Seidel noch nicht abschließend geklärt. "Yoga und andere sogenannte Mindfulness-Techniken sind prinzipiell dazu gedacht, die Erregbarkeitsschwelle des Gehirns zu erhöhen und den Parasympathikus zu aktivieren", beschreibt er die gesicherten Auswirkungen von Sonnengruß und Co. Yoga stärkt das Gehirn aber auch indirekt, indem das Training für entspannteren und ruhigeren Schlaf sorgt. "Über die bessere Schlafkonsolidierung ist im Gehirn auch eine verbesserte Gedächtnisleistung möglich", fügt Seidel hinzu.

Das Training sollte im Einklang mit dem Biorhythmus stehen

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-10-11 17:48:39
Letzte Änderung am 2018-10-12 15:15:39


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