• vom 09.11.2018, 11:07 Uhr

Politik

Update: 09.11.2018, 11:34 Uhr

Gesundheit

Engpass bei Strahlentherapie




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Von WZ Online, APA

  • Der Rechnungshof kritisiert lange Wartezeiten und die Anzahl an Geräten in niederösterreichischen Krankenhäusern.

Lange Wartezeiten: Ein Patient vor seiner Untersuchung in einem Krankenhaus in Niederösterreich. 

Lange Wartezeiten: Ein Patient vor seiner Untersuchung in einem Krankenhaus in Niederösterreich. © APAweb / Helmut Fohringer Lange Wartezeiten: Ein Patient vor seiner Untersuchung in einem Krankenhaus in Niederösterreich. © APAweb / Helmut Fohringer

St. Pölten. Der Rechnungshof (RH) hat die Wartezeiten auf strahlentherapeutische Behandlungen in Niederösterreich kritisiert. An den Standorten Universitätsklinikum Krems und Landesklinikum Wiener Neustadt gab es im Überprüfungszeitraum von Mai bis Oktober 2017 insgesamt sechs Linearbeschleuniger, mit denen aber nicht die vorgegebene Versorgungsdichte erreicht wurde, teilte der RH am Freitag mit.

Die Versorgungsdichte lag in der Zone Ost (Wien, Niederösterreich, nördliches Burgenland) bei 219.000 Einwohnern pro Linearbeschleuniger. Das waren laut dem RH-Bericht mehr als der Österreichische Strukturplan Gesundheit (ÖGS) 2012 (100.000 bis 140.000 Einwohner pro Gerät) bzw. der ÖSG 2017 (130.000 bis 150.000) vorgaben.

Lange Wartezeit von durchschnittlich 16 Tagen

Im Landesklinikum Wiener Neustadt lag der Anteil der Patienten mit Wartezeit auf eine strahlentherapeutische Behandlung im ersten Halbjahr 2017 nach RH-Angaben bei bis zu 68 Prozent und verdoppelte sich verglichen mit 2014 nahezu. Die Wartezeit lag bei durchschnittlichen 16 Tagen. Im Universitätsklinikum Krems ging der Anteil der Patienten mit Wartezeit auf Strahlentherapie leicht zurück, betrug von 2015 bis zum ersten Halbjahr 2017 rund 50 Prozent. Die Wartezeit betrug hier im Durchschnitt 13 Tage. Im Landeskrankenhaus Feldkirch in Vorarlberg, das der RH ebenfalls unter die Lupe nahm, ergaben sich laut dem Bericht "keine relevanten Wartezeiten". So wird jene Spanne bezeichnet, die zwischen dem aus medizinischer Sicht letztmöglichen ersten Bestrahlungstermin und dem tatsächlichen Start liegt.

Dem Land Niederösterreich sowie der NÖ Landeskliniken-Holding empfiehlt der RH "auf eine ehestmögliche Standortentscheidung für die im ÖSG 2017 in Niederösterreich zusätzlich vorgesehenen Linearbeschleuniger hinzuwirken". Der Großgeräteplan des ÖSG 2017 sah mit Planungshorizont 2020 eine Erhöhung auf neun Linearbeschleuniger vor. Zudem sollen rechtzeitige Maßnahmen gesetzt werden, damit auch das dafür erforderliche Personal bereitsteht.

In Wiener Neustadt und Krems wurde vom RH neben der Strahlentherapie-Versorgung auch die Transparenz der Wartelisten für geplante Operationen überprüft. Sowohl die NÖ Landeskliniken-Holding als auch die Vorarlberger Krankenhausbetriebsges.mbH veröffentlichten Informationen über die Wartezeiten auf ausgewählte Eingriffe auf ihrer Website. Der RH wies aber kritisch darauf hin, dass es innerhalb der NÖ Landeskliniken-Holding keine Vorgaben zur Führung der entsprechenden Listen gebe und empfahl, ein transparentes Wartelistenregime sicherzustellen.





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Dokument erstellt am 2018-11-09 11:10:04
Letzte Änderung am 2018-11-09 11:34:11



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