• vom 10.11.2018, 16:12 Uhr

Politik

Update: 12.11.2018, 08:06 Uhr

Militärspionage

Kneissl weist russische Vorwürfe zurück




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Von WZ Online / APA

  • "Dieser Spionagefall ist eine inakzeptable Einmischung."

Information

Verdächtiger festgenommen
Der ehemalige Bundesheer-Offizier, der im Verdacht steht, über zwanzig Jahre lange für Russland spioniert zu haben, ist in der Nacht auf Samstag festgenommen worden. Eine Entscheidung über die Verhängung der Untersuchungshaft ist ausständig.

In der Spionageaffäre um einen Bundesheeroberst ist laut einem Zeitungsbericht ein "pikantes Detail" bekannt geworden. Wie die "Kleine" in ihrer Montagsausgabe berichtet, kam der entscheidende Tipp vom britischen Geheimdienst. Das sei insofern brisant, "weil sie sich die Briten seit Jahren in einer Dauerfehde mit dem russischen Geheimdienst befinden", hieß es am Sonntag in einer Aussendung des Blatts.

Ein hoher Bundesheeroffizier meinte laut "Kleiner Zeitung", dass Großbritannien die Information sehr gezielt den Österreicher übermittelt haben dürfte, um die türkis-blaue Bundesregierung, die sich zum Missfallen zahlreicher westlicher Staaten auf "Kuschelkurs mit dem Kreml" befinde, auf Distanz zu den Russen zu bringen.

Der spektakuläre Nowitschok-Anschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal in Salisbury sorgte in den vergangenen Monaten für schwerste diplomatische Verwicklungen. Neben Großbritannien und den USA verhängte auch die EU Sanktionen gegen Moskau. Österreich stand dabei als "Russland-Versteher", wie die "Kleine" formulierte, stets auf der Bremse und beteiligte sich im vergangenen März auch nicht an der Massenausweisung russischer Diplomaten durch westliche Staaten nach dem Giftanschlag.

Seit Freitag sitzt der mutmaßliche Spion hinter Gittern

Seit Freitag spätabends sitzt der mutmaßliche Spion hinter Gitter, am Montag entscheidet die Justiz über die Verhängung der U-Haft. Dem Vernehmen nach dürfte der Ex-Offizier in Haft bleiben

Außenministerin Karin Kneissl (ÖVP) hatte in einem Telefongespräch mit ihrem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow den Vorwurf der "Megafon-Diplomatie" zurückgewiesen. Lawrow hatte diesen Ausdruck vor dem Hintergrund des Spionageverdachts aus Österreich verwendet.


Kneissl: "Vorgehensweise beruht auf klaren Fakten"

"Die Vorgehensweise der österreichischen Bundesregierung beruht auf klaren Fakten", sagte Kneissl laut einer der APA übermittelten Stellungnahme."Es handelt sich hier um strafrechtlich relevante Vorgänge, die eine Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden und die umgehende Information der Öffentlichkeit unumgänglich machten", betonte die Ministerin gegenüber Lawrow.

Die Bundesregierung hatte Freitag früh in Wien mitgeteilt, dass ein mittlerweile pensionierter Bundesheer-Oberst seit den 1990er-Jahren für Russland spioniert haben soll."Dieser Spionagefall ist eine inakzeptable Einmischung in die inneren Angelegenheiten", sagte Kneissl zu dem Verdacht. "Wir erwarten uns bei der Aufklärung des Falles die volle Zusammenarbeit der russischen Seite."




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Dokument erstellt am 2018-11-10 16:15:57
Letzte Änderung am 2018-11-12 08:06:21



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