• vom 05.12.2018, 17:31 Uhr

Politik

Update: 05.12.2018, 17:53 Uhr

Schulreform

Die Rückkehr zu Schulnoten kommt




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  • Die Koalition hält trotz Kritik von Opposition und Experten am Pädagogik-Paket fest.

An den Volksschulen werden ab dem zweiten Semester der 2. Klasse wieder verpflichtend Ziffernnoten eingeführt.

An den Volksschulen werden ab dem zweiten Semester der 2. Klasse wieder verpflichtend Ziffernnoten eingeführt.© APAweb, Harald Schneider An den Volksschulen werden ab dem zweiten Semester der 2. Klasse wieder verpflichtend Ziffernnoten eingeführt.© APAweb, Harald Schneider

Wien. Das von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) vorgelegte Pädagogik-Paket ist trotz Kritik von Opposition und Experten mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ im parlamentarischen Unterrichtsausschuss abgesegnet worden. Die Maßnahmen sollen kommende Woche im Nationalrat beschlossen werden und im nächsten Schuljahr in Kraft treten.

An den Volksschulen werden ab dem zweiten Semester der 2. Klasse wieder verpflichtend Ziffernnoten eingeführt. Gleichzeitig wird in allen Klassen zumindest zusätzlich alternativ mit Kompetenzrastern beurteilt. Außerdem können Schüler ab der zweiten Klasse wieder sitzenbleiben. Alle Eltern werden zu Bewertungsgesprächen über Leistungsstärken und Leistungsstand eingeladen (bisher nur bei alternativer Beurteilung). Bei Bedarf können Schüler auch zu Förderunterricht verpflichtet werden.


Wiener Direktor beklagt "Entmündigung" der Lehrer
An Neuen Mittelschulen (NMS) soll es ab der sechsten Schulstufe (2. Klasse) zwei unterschiedliche Leistungsniveaus ("Standard" und "Standard-AHS") geben. SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid ist für eine anspruchsvolle Schule. "Das heißt aber nicht Notendruck, das ist auch nicht Sitzenbleiben schon in der zweiten Schulstufe und auch nicht A- und B-Zug in der Neuen Mittelschule", sagte sie nach dem Ausschuss. Neos-Mandatar Douglas Hoyos sieht ein "Durchpeitschen" des Regierungsprogramms.

Der Direktor der Integrativen Lernwerkstatt Brigittenau (ILB), Josef Reichmayr, versteht nicht, warum man den Volksschulen ihre Autonomie in der Wahl der Beurteilung wegnimmt. "Da werden tausende Modelle, die Lehrer entwickelt haben, einfach wegradiert. Das ist eigentlich auch eine Entmündigung."

Für den Sprecher der Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB), Ferdinand Eder, ist Begriff der Notenwahrheit eine "Illusion": "Es gibt keinen Sachverhalt, der so gut untersucht ist wie die notorische Unzuverlässigkeit der Note abseits des Bezugsraums einer bestimmten Schulklasse."




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Dokument erstellt am 2018-12-05 17:43:37
Letzte Änderung am 2018-12-05 17:53:12



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