• vom 06.12.2018, 17:10 Uhr

Politik


Handelsgehälter

Verhärtete Fronten im Handel




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  • Auch die vierte Runde der Gehaltsverhandlungen blieb ohne Ergebnis.

Einkaufsstraße im Advent: Für die Handelsmitarbeiter ist jetzt die stressigste Zeit. - © apa/Hochmuth

Einkaufsstraße im Advent: Für die Handelsmitarbeiter ist jetzt die stressigste Zeit. © apa/Hochmuth

Wien. (ede) Bei den Kollektivvertragsgesprächen im Handel sind die Fronten bekanntlich verhärtet. Auch die vierte Verhandlungsrunde endete ohne Ergebnis, mit gegenseitiger Kritik wird nicht gespart. Die Arbeitgeberseite ortet ein abgekartetes Spiel der Gewerkschaften, was die Vorsitzende der GPA-djp, Barbara Teiber, vehement zurückweist. "Die Vorwürfe von Arbeitgeber-Chefverhandler Peter Buchmüller, wir würden die Verhandlungen im Handel bewusst in die Länge ziehen, sind absurd", sagte Teiber laut einer Aussendung.

Es seien nicht die Verhandler der GPA-djp gewesen, die am Mittwochabend den Verhandlungstisch verlassen haben, so Teiber. "Herr Buchmüller sollte sich die Abschlüsse der letzten Wochen in anderen Branchen ansehen und soll dann den Angestellten im Handel erklären, warum sie mit ihrem Abschluss fast ein Prozent darunter liegen sollen." Kommenden Samstag (8. Dezember) will die Gewerkschaft in Einkaufszentren und Einkaufsstraßen Aktionen durchführen. Was genau geplant ist, wurde noch nicht kommuniziert. Ab kommenden Montag (10. Dezember) sind auch Betriebsversammlungen vorgesehen.


Die Gewerkschaft fordert für die über 400.000 Handelsangestellten ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent oder mindestens 60 Euro. "So was könnte ich nicht abschließen, denn das bringt die Betriebe in ärgste Bedrängnis. Die Mehrheit könnte sich das nicht leisten", so Peter Buchmüller. In den ersten neun Monaten 2018 haben die Betriebe ein reales Umsatzminus erzielt. Auch für das Gesamtjahr sehe es nicht nach einem Plus aus. "Unsere Gewinnmargen sind minimal, das kann man nicht mit der Metallindustrie vergleichen", sagte Buchmüller. Dort hatten sich die Sozialpartner auf Gehaltserhöhungen zwischen 3,0 bis 4,3 Prozent geeinigt. Im Durchschnitt betrug das Plus bei den Metallern 3,46 Prozent. Die Arbeitgeber im Handel bieten Erhöhungen zwischen 2,35 Prozent bis 2,65 Prozent.

Die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen würden eine deutliche Gehaltserhöhung für die Angestellten im Handel rechtfertigen, finden die Arbeitnehmervertreter. "Natürlich sehen auch wir strukturelle Probleme in der Branche, wie etwa den Trend zum Onlinehandel. Allerdings ist falsch zu glauben, man könne durch niedrige Gehälter diese Probleme lösen", sagte Gewerkschafts-Chefverhandlerin Anita Palkovich. Einen neuen Verhandlungstermin gibt es noch nicht.




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Dokument erstellt am 2018-12-06 17:22:43



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Die Wandlung: Als Kandidatin für die Bundestagswahl 1994 und als Generalsekretärin 2018.



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