• vom 28.06.2011, 18:17 Uhr

Politik

Update: 29.06.2011, 10:56 Uhr

Bildung

Kein Pädagoge mehr ohne Master




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  • Vorbereitungsgruppe für die neue Pädagogenausbildung rät zu rascher gesetzlicher Implementierung
  • Schmied: In zehn Jahren sollen alle PH Pädagogische Universitäten sein.
  • Als Startjahr der neuen Ausbildung ist 2013 geplant.

Töchterle und Schmied werden über die Zuständigkeit noch "intensive Gespräche" führen. Fotos:Strasser/Pessenlehner

Töchterle und Schmied werden über die Zuständigkeit noch "intensive Gespräche" führen. Fotos:Strasser/Pessenlehner

Wien. (pech) Alle Pädagogen - vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II - müssen in Zukunft einen Master haben. Das ist die wesentliche Änderung in der "PädagogInnenausbildung NEU", die Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Wissenschaftsminister Karheinz Töchterle präsentierten. Die Vorbereitungsgruppe unter Leitung von Andreas Schnider und Roland Fischer haben gemeinsam mit Schmied seit Februar den Erstentwurf überarbeitet und ihre Empfehlungen abgegeben.

Demnach müssen künftig alle Pädagogen ein Bachelorstudium absolvieren, anschließend daran erfolgt eine Induktionsphase an den Schulen oder Kindergärten und in Verbindung damit wird der Master gemacht. Offen bleibt, welche Institution in Zukunft die Lehrerausbildung führend übernehmen soll: Pädagogische Hochschulen (PH) oder Universitäten. Feststeht nur, dass es in zehn Jahren keine PH mehr geben wird, sondern nur noch Pädagogische Universitäten.


Ob diese österreichweit sieben bis neun Institutionen unter Federführung der Uni oder der PH stehen, soll laut Schmied ähnlich einem "Beauty Contest" regional entschieden werden. Fusionen in beide Richtungen seien möglich. "Über diese Szenarien müssen wir beide noch intensive Gespräche führen", sagte Schmied in Richtung Töchterle.

Wesentlich ist, dass die Institutionen von der Ausbildung bis zur Weiterbildung und Forschung alles übernehmen und die Pädagogen in ihrem Beruf didaktisch begleiten. "Profession braucht eine Heimat", sagte Schmied. Professionalisierung und Didaktik werden überhaupt großgeschrieben. Allerdings: Derzeit seien weder die Unis noch die PH alleine fähig, das zu leisten, beide Institutionen hätten noch Mängel, betonten Schnider und Fischer.

Eignungstest zu Beginn
Am Beginn der Pädagogenausbildung steht jedenfalls ein Eignungsverfahren, um sicherzustellen, dass nur geeignete Kandidaten den Lehrberuf ergreifen. Das Aufnahmeverfahren wird spätestens im zweiten Semester abgeschlossen. Schon zu Beginn müssen die Studierenden Praxisluft schnuppern - an Schulen oder Kindergärten.

Es gibt zwei Bachelorstudien: für den Altersbereich 0 bis 12 Jahre und für den Altersbereich 8 bis 19 Jahre. Alle Bachelorstudien enthalten einen gemeinsamen pädagogischen Kern.

Nach dem Bachelor beginnt die einjährige Induktionsphase an den Schulen oder Kindergärten. In dieser Zeit werden die angehenden Pädagogen sowohl von ihrer Institution wissenschaftlich betreut als auch von Mentoren vor Ort begleitet. Danach kann der Lehrer befristet auf höchstens fünf Jahre ein Dienstverhältnis erhalten. Für ein unbefristetes Dienstverhältnis ist der Abschluss des Masters notwendig.

Für die Lehrer, die bereits angestellt sind, ändert sich nichts. Sie können aber ein Masterstudium abschließen, bei dem Zusatzausbildungen oder Praxiserfahrung angerechnet werden. Quereinsteiger mit einem fachlichen Bachelor müssen den gemeinsamen pädagogischen Kern nachholen und können dann den Master machen.

Begleitet wird dieser zehnjährige Prozess der Einführung der Pädagogenausbildung neu von einem Entwicklungsrat, dessen Mitglieder für jeweils fünf Jahre bestellt werden. Um zeitgerecht 2013 mit der Ausbildung beginnen zu können, rät die Vorbereitungsgruppe dazu, dass bis Frühjahr 2012 alle rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen sind.




Schlagwörter

Bildung, Schule, Lehrerausbildung

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Dokument erstellt am 2011-06-28 18:26:09
Letzte Änderung am 2011-06-29 10:56:05



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