• vom 16.04.2010, 17:33 Uhr

Politik

Update: 16.04.2010, 17:34 Uhr

Bundespräsidentenwahlkampf: Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring gehen auf Stimmenfang in Salzburg

Zwischen Heimspiel und Altersheim




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Von Katharina Schmidt

  • FPÖ-Kandidatin wird am Salzburger Schrannenmarkt von Fans belagert.
  • Christen-Kandidat konkurriert im Seniorenheim mit Hula-Vorstellung.
  • Salzburg. Barbara Rosenkranz hat Glück. Als die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Punkt zehn Uhr am Schrannenmarkt in der Mozartstadt eintrifft, macht der berüchtigte Salzburger Schnürlregen ausnahmsweise eine Pause.

Auf dem Wochenmarkt wird Rosenkranz von einem Pulk von Wahlkämpfern und den ersten Fans freundlich empfangen. "Lassen Sie sich nicht unterkriegen, nur weil Sie etwas gesagt haben, woraus man Ihnen jetzt einen Strick drehen will", meint eine ältere Dame. Um dann strahlend anzufügen: "Die Welt gehört uns Frauen."


"Sie sind eine mutige Frau", wird die Blaue an diesem Vormittag noch öfter hören. Überhaupt ist der Wahlkampf hier ein Heimspiel für die gebürtige Salzburgerin: Gleich gegenüber, im Mirabellgarten, sei sie in die Volksschule gegangen, betont Rosenkranz, während sie händeschüttelnd über die Schranne zieht.

Auffällig unauffällig verfolgt wird sie dabei von vier Polizisten, die das Gedränge am Markt immer im Auge behalten. "Normalerweise gehen wir nicht mit den Kandidaten mit, in diesem Fall aber schon", sagt einer der Beamten. Der Grund dafür ist klar, musste Rosenkranz doch zuvor eine Veranstaltung in Dornbirn wegen einer Demo der Sozialistischen Jugend abbrechen. Doch in der Mozartstadt - dort haben bei der Nationalratswahl 2008 immerhin 17 Prozent FPÖ gewählt - bleibt alles ruhig. Nur einige Grüne und Alternative Studenten verteilen Flyer für die Demonstration am Abend, wenn Rosenkranz mit Parteichef Heinz-Christian Strache am Mirabellplatz auftritt.

Bei den Marktbesuchern und Händlern stößt die Freiheitliche aber auf nahezu ungeteilte Zustimmung. "Ich kann Ihnen etwas anbieten, wo Sie ganz starke Nerven bewahren", meint ein Verkäufer augenzwinkernd. Das angebotene Stamperl Kräuterextrakt nimmt Rosenkranz gerne an - auch ein "Naturbua"-Brot und "Salzburger Wellness Pralinen" lässt sie sich nicht entgehen. Und schon wieder stürmt eine ältere Dame auf Rosenkranz zu: "Es freut mich, dass ich Sie einmal sehe, weil Sie sind meine Favoritin", sagt sie. Zurückhaltender ist eine Fleischverkäuferin. Sie schüttelt brav Rosenkranz’ ausgestreckte Hand, gefragt, was sie von der Kandidatin halte, meint sie schüchtern: "Ich werde sie wahrscheinlich wählen."

"Sicher Rosenkranz wählen" will ein junger Bursch. Er sei selbst gebürtiger Bosnier, erklärt der Arbeitslose, aber während er voll integriert sei, "gibt es mit den Asylanten das größte Problem". Was denn ausgerechnet der Bundespräsident daran ändern könne? "Allein dadurch, dass Rosenkranz Präsidentin wird, bewegt sich sicher etwas."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2010-04-16 17:33:38
Letzte Änderung am 2010-04-16 17:34:00


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