• vom 10.07.2009, 19:02 Uhr

Politik

Update: 10.07.2009, 19:03 Uhr

Neue Grünen-Abgeordnete: Zwischenrufe sind zwecklos




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  • Helene Jarmer ist die erste gehörlose Abgeordnete.
  • Wien. "Schreien nützt nichts", ließ Helene Jarmer ihre Abgeordnetenkollegen bei ihrem ersten Auftritt im Parlament wissen. Die 37-Jährige ist nämlich seit einem Unfall im Kindesalter gehörlos. Zwischenrufe verhallen somit ungehört.

Jarmer selbst, die am Freitag als Nachfolgerin von Ulrike Lunacek (wechselt ins EU-Parlament) im Nationalrat angelobt wurde, ist nicht sprachlos. Ihre Reden in Gebärdensprache werden von Dolmetschern übersetzt - ein absolutes Novum im österreichischen Parlament.


Bei ihrer ersten Rede anlässlich des Behindertenberichts der Bundesregierung gab Jarmer den Abgeordneten eine kleine Einführung in die Gebärdensprache. Der Einladung, einige ihrer Gebärden nachzuvollziehen, kamen dann aber nur wenige nach. Neben den Grünen tat sich vor allem Martin Bartenstein (ÖVP) beim Üben hervor.

Als grüne Behindertensprecherin werde sie sich aber nicht nur für die Anliegen der Gehörlosen einsetzen, versprach sie.

Der Empfang für Jarmer fiel sehr herzlich aus. BZÖ-Generalsekretär Martin Strutz meinte, ihr Einzug in den Nationalrat bewege mehr als alle Behindertenberichte zusammen.

Dass Jarmer jetzt im Nationalrat sitzt, hat auch Auswirkungen auf die Fernsehberichterstattung: Künftig wird ORF 2 über den Satellitensender ORF 2 Europe sämtliche Plenarsitzungen auch in Gebärdensprache übertragen.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2009-07-10 19:02:33
Letzte Änderung am 2009-07-10 19:03:00


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