• vom 14.12.2011, 16:50 Uhr

Politik


"WKR-Ball Blamage für Republik"




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  • Empörung über Burschenschafter-Ball, der am Holocaust-Gedenktag stattfindet.

Demos wurden angekündigt - sofern der Ball stattfindet. - © APA/HERBERT NEUBAUER

Demos wurden angekündigt - sofern der Ball stattfindet. © APA/HERBERT NEUBAUER

Wien. (rös) Ausgerechnet auf den Holocaust-Gedenktag am 27. Jänner fällt nächstes Jahr der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR), dem zahlreiche rechtsextreme Burschenschaften angehören. Die privaten Betreibergesellschaften der Hofburg haben zwar vor kurzem beschlossen, dass keine rechtsextremen Vereinigungen mehr Zugang zu den Festsälen erhalten sollen - dieser Beschluss gilt allerdings erst ab 2013. Also wurde der Ball am Tag der Befreiung von Auschwitz für 27. Jänner noch genehmigt.


Für SOS-Mitmensch, die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) und das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) ist das ein Skandal: "Das ist eine Verhöhnung der Opfer der Shoah. Ich frage mich, was die sich denken - feiern die sozusagen die zwei Millionen Toten von Auschwitz oder tanzen sie auf sechs Millionen toten Juden?", empörte sich IKG-Präsident Ariel Muzicant bei der gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch.

Er verstehe nicht, dass das offizielle Österreich vom Bundespräsidenten abwärts keinen Weg finde, "diese Herrschaften aus der Hofburg hinauszuschmeißen". Die Schwelle des Zulässigen werde seit Kreisky immer weiter in die Höhe getrieben, so Muzicant.

Die Vorsitzende von SOS-Mitmensch, Nadja Lorenz, forderte die Pächter der Hofburg dazu auf, rasch aus dem Vertrag mit dem MKR auszusteigen: "Es geht nur um Vertragspönalen - das Risiko besteht also nur im Geld", betonte Lorenz. Findet der Ball statt, werde es auf jeden Fall Aktionen geben, kündigte SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak an.

Treffen der Euro-Rechten
Heribert Schiedel vom DÖW verdeutlichte die Brisanz der Thematik: Der WKR sei der Dachverband der Deutschnationalen, betonte er. "Anti-Österreichische Studentenverbindungen, die alle mensurschlagend sind." Die Verbindungen wiederum hätten eine "Schanierfunktion" zu militanten Rechtsextremisten. Zudem werde der WKR-Ball als Rahmenprogramm für Treffen der Euro-Rechten genutzt. Damit verfüge die FPÖ in ihrem Vorfeld über das größte gesellschaftliche Ereignis dieser Art in Europa. Zu Gast waren laut Schiedel bereits der Vorsitzende der antimuslimischen Gruppe pro Köln, Markus Beisicht, der Vorsitzende des rechtsextremen Vlaams Belang, Philip Dewinter, der ehemalige Vorsitzende der Front Nationale, Jean Marie Le Pen, und der spanische Neofaschist Enrique Ravello.



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Dokument erstellt am 2011-12-14 16:58:02



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