• vom 23.04.2012, 07:51 Uhr

Politik


Rechtsinformationssystem als App für iPhone und iPad

"Willkommen in der Welt der offenen Daten"




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Kanzleramt stellte vernetzte Verwaltungsdaten online.
  • "Open Government Data Portal" soll "Vorreiterrolle" in Europa beweisen

Wien. Das Bundeskanzleramt ermöglicht mit einer Internet-Plattform den freien Zugang zu Daten der öffentlichen Verwaltung. Das "Open Government Data Portal" ist unter data.gv.at abrufbar. Gemeinsam mit Ländern, Städten und Gemeinden soll das Portal laufend erweitert werden. Zudem ist das Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) ab sofort als App für iPhone- und iPad erhältlich. Österreich beweise mit der Initiative seine "Vorreiterrolle" in Europa, sagte Manfred Matzka, Sektionschef im Bundeskanzleramt. "Willkommen in der Welt der offenen Daten", so die einleitenden Worten bei der Präsentation des Portals am Freitag.

Das Spektrum der gesammelten Daten auf der Plattform ist vielfältig und umfasst unter anderem Rechnungsabschlüsse von Körperschaften, Haltestellen, Universitätsstandorte und Listen von Ärzten. Wirklich neu sei die Idee der vernetzten, offenen Daten nicht, gab Matzka zu. Die Städte Wien und Linz hätten im Bereich "Open Government Data" bereits einige Erfahrung, nun habe sich der Bund mit den Kommunen vernetzt und will dieses Netzwerk ausbauen.


Phase für Phase
Für die technische Umsetzung wurde die Bundesrechenzentrum GmbH beauftragt. Deren Leiter des Bereichs E-Government, Günther Lauer, kündigte an, im Sommer von der Beta-Phase in die Version Eins übergehen zu können. In weiterer Folge werde es auch eine Anbindung an das Open-Data-Netzwerk der EU geben, das bereits angekündigt sei. Die österreichische Lösung stütze sich zudem zu hundert Prozent auf Open Source.

Verantwortliche der Kommunen verwiesen wiederum auf ihre eigenen Lösungen, die bereits erfolgreich genutzt würden. "Ich bin ein Fan der Kooperation", betonte Johann Mittheisz, Chief Information Officer der Stadt Wien. Eine "Erfolgsstory" der Bundeshauptstadt sei etwa die "Toilet Map Vienna". Gerald Kempinger, Geschäftsführer der IKT Linz GmbH meinte wiederum, auch die Wirtschaft beginne mittlerweile, sich an den digitalen Plattformen zu beteiligen.

Auch Martin Katltenböck, Geschäftsführer der Semantic Web Company, meinte, Open Data sei ein wichtiger Bestandteil der gerade entstehenden Datenwirtschaft.

Übersicht und Verknüpfung der Daten
Im Zuge eines "Silent Launch" ging das Portal bereits am vergangenen Mittwoch online und erfreut sich laut Initiatoren bereits regen Zuspruchs. Das Portal ist eine Initiative von Bundeskanzleramt, der Cooperation Open Government Data Österreich (zu der neben dem Bund auch Wien, Linz, Salzburg und Graz gehören) und dem Bundesrechenzentrum. Zu verstehen ist es als ein Verzeichnis frei zugänglich gemachter Daten der öffentlichen Verwaltung. Neben Informationen über Herkunft und Format der Daten gibt das Verzeichnis Auskunft über Datum der Veröffentlichung und andere Parameter.

Ziel ist neben einer umfassenden Übersicht auch die Verknüpfung einzelner Datensätze von Bund und Ländern. "Der Nutzer fragt nicht, woher die Daten kommen, sondern ob sie komplett sind", so Manfred Matzka, Leiter Sektion 1 im Bundeskanzleramt. Als Beispiel nannte Matzka Theater und Museen, die teils in Bundes-, teils in Landesverwaltung stehen. Ein tatsächlicher Überblick entstehe hier nur durch Zusammenführung der Daten. Er betonte in der heutigen Pressekonferenz ebenso wie der Chief Information Officer der Stadt Wien, Johann Mittheisz und Gerald Kempinger, Geschäftsführer der IKT Linz GmbH, die Wichtigkeit und Sinnhaftigkeit dieser "Datenkooperation". Ausschlaggebend dafür sei vor allem die Einigung auf gemeinsame Standards, die erst eine Interoperabilität ermöglichen. In diesem Zusammenhang vernetze man sich auch auf europäischer Ebene, ein europaweites Portal soll noch dieses Jahr online gehen. Auf österreichischer Ebene setzt man im nächsten Schritt vor allem auf Weiterentwicklung der Selbstadministration, laut Bundesrechenzentrum soll es bereits im Sommer eine aktualisierte Version des Portals geben.

Erstes OGD Portal entstand in Wien

Wien und Linz haben bereits eigene Open Data Portale. Als erste Stadt in Österreich ging Wien im Mai 2011 mit seinem Open Data Portal (data.wien.gv.at) online, Linz (data.linz.gv.at) folgte im Oktober des selben Jahres. Mittlerweile sind 29 Anwendungen in Form von Apps und Visualisierungen am Wiener Portal verfügbar, mehr als 100 Datensätze, unter anderem aus den Bereichen Gesundheit, Verkehr, Kultur oder Umwelt können genutzt werden. Wien hat zudem einen eigenen Wettbewerb, den "Content Award Vienna", ins Leben gerufen um das Angebot durch kreative Ideen um sinnvolle Anwendungen zu erweitern. Informationen zum Award, der dieses Jahr bereits zum zweiten Mal stattfindet, unter www.contentaward.at.



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2012-04-20 12:22:07
Letzte Änderung am 2012-04-23 07:49:59



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Hurra, wir leben noch
  2. Rechtsextremer als Security beim BVT-Ausschuss
  3. Regierung verteidigt 12-Stunden-Tag
  4. Das niederösterreichische Vorbild
  5. Verzweifelte Schubhäftlinge
Meistkommentiert
  1. Kurz verteidigt Entscheidung nach Kritiks Van der Bellens
  2. "Österreich findet sich jetzt in einer Gruppe mit Trump, Orban"
  3. UNO-Migrationspakt sorgt für Kontroversen
  4. Namenspflicht gegen Hass im Netz
  5. "Die Zeichen stehen auf Sturm"

So manches Gras wandert legal über den Ladentisch: In Österreich gibt es inzwischen mehr als 200 Hanf-Shops. Viele von ihnen haben sich auf Cannabidiol (CBD), den legalen Wirkstoff von Cannabis, spezialisiert.



Werbung