• vom 01.08.2012, 11:23 Uhr

Politik

Update: 01.08.2012, 16:08 Uhr

Kärnten

Kärntens FPK-Chef Uwe Scheuch: Rundumschlag zum Abschied




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  • "Hetze": Landeshauptmannstellvertreter fühlt sich verfolgt
  • APA protestiert gegen Rauswurf eines Fotografen bei der turbulenten Abschieds-Pressekonferenz.
  • Scheuch bestrafte ihn für "Meuchelfotos".

Klagenfurt. Uwe Scheuch fühlt sich von den Medien "zum Verbrecher gemacht", zwei Jahre "Hetzkampagne" gegen ihn seien genug. Daher erklärte Scheuch bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im FPK-Landtagsklub am Mittwoch seinen sofortigen Rückzug aus allen politischen Ämtern. Nach einem Rundumschlag gegen die Medien gab es den obligaten Dank an Parteifreunde und Unterstützer. Fragen wollte er keine mehr beantworten.

APA protestiert gegen den Hinauswurf

Letzte "Amtshandlung" Scheuchs war der persönlich motivierte Rauswurf des APA-Fotografen Gert Eggenberger. Er wurde von Scheuch aufgefordert, den Raum zu verlassen, weil er "Meuchelfotos" produziere. Anwesende Journalisten protestierten, Kritik gab es auch von Chefredaktion und Redakteursbeirat der Austria Presse Agentur.
"Die APA weist diesen plumpen Angriff auf die Pressefreiheit auf das Schärfste zurück. Das Vorgehen Scheuchs gegen einen höchst professionellen und objektiven Fotojournalisten zeugt von einem massiven Unverständnis für demokratische Prozesse und die Unabhängigkeit der Medien", hieß es seitens der Chefredaktion der Nachrichtenagentur.

Jetzt kommt Kurt: Scheuchs Bruder wird Parteichef

Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) verkündete anschließend, dass Uwes Bruder Kurt Scheuch die Funktionen des Parteichefs und des Dörfler-Stellvertreters übernehme, Klubobmann wird Gernot Darmann. Termin für einen FPK-Parteitag gibt es laut Dörfler vorerst noch keinen.

"Waldmenschen" und "Faschingstruppen"

Scheuch verteilte noch einen abschließenden Rundumschlag gegen die politische Konkurrenz, den geschäftsführenden ÖVP-Obmann Gabriel Obernosterer bezeichnete er als "Waldmensch", der wie Grün-Abgeordneter Rolf Holub gehofft habe, den Landeshauptmann mit der Person Scheuch zu quälen. SPÖ-Chef Peter Kaiser sei in seiner Partei "der Einäugige unter Blinden". Dörfler legte später nach und nannte Kaiser einen "Trillerpfeifen-Peter", der ihn niemals bei der Wahl besiegen werde, die drei Parteichefs bezeichnete er in Anspielung auf die "ZiB2" am Montagabend als "Faschingstruppe".

Nachdem Scheuch in seiner "letzten Pressekonferenz" abschließend darum gebeten hatte, seine Person "ganzheitlich" zu beurteilen, stellte Dörfler gleich ein Polit-Comeback in Aussicht, so etwas gebe es nicht nur im Sport. Den Wechsel von Uwe zu Kurt begründete Dörfler mit der dadurch gewahrten "Kontinuität". Kurt Scheuch meinte, er werde sich bemühen, "die erfolgreiche Arbeit meines Bruders fortzusetzen". Ein gemeinsames Foto von Uwe und Kurt Scheuch, das eine Fotografin machen wollte, wurde abgelehnt.
"Part of the game"-Affäre brachte Stein ins Rollen

Zugesetzt hatten Scheuch in letzter Zeit vor allem juristische Probleme. 2011 war er wegen Korruption in der "Part of the game"-Affäre zu 18 Monaten teilbedingter Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht hob das Urteil wegen eines Formfehlers auf. Vor wenigen Wochen wurde er erneut verurteilt. Der Spruch ist nicht rechtskräftig. Aber es laufen weitere Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Scheuch. Erst am Dienstag war bekanntgeworden, dass nun auch wegen versuchter Geldwäsche im Zusammenhang mit der Causa Birnbacher gegen Scheuch Ermittlungen aufgenommen wurden. Scheuch selbst hatte stets sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen und sich als unschuldig bezeichnet.




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Dokument erstellt am 2012-08-01 11:24:13
Letzte Änderung am 2012-08-01 16:08:37



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