• vom 08.10.2012, 17:26 Uhr

Politik


Harald Dobernig

Dörfler entschuldigt sich für Dobernig




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  • Kärntner Landesrat: Slowenen sind keine "echten Kärntner"
  • Heftige Kritik von Spindelegger, Rücktrittsaufforderung von Darabos.

Klagenfurt.

Entschuldigung und Verständnis. Landeshauptmann Dörfler (l.) entschuldigte sich zwar für Dobernigs (r.) Aussagen, erklärte diese aber mit einer "gewissen Breite" in der FPK.

Entschuldigung und Verständnis. Landeshauptmann Dörfler (l.) entschuldigte sich zwar für Dobernigs (r.) Aussagen, erklärte diese aber mit einer "gewissen Breite" in der FPK.© APA/GERT EGGENBERGER Entschuldigung und Verständnis. Landeshauptmann Dörfler (l.) entschuldigte sich zwar für Dobernigs (r.) Aussagen, erklärte diese aber mit einer "gewissen Breite" in der FPK.© APA/GERT EGGENBERGER

Gegen den Kärntner FPK-Landesrat Harald Dobernig hagelte es auch am Montag von allen Seiten Kritik. Dobernig hatte am Samstag bei einem Festkonzert des Kärntner Abwehrkämpferbundes die Ortstafellösung als "Einstiegsdroge" bezeichnet und der slowenischsprachigen Volksgruppe abgesprochen, "echte Kärntner" zu sein. "Wir müssen uns stärker artikulieren, müssen kämpfen, gemeinsam Leserbriefe schreiben, sonst glaubt man, dass es in Kärnten nur noch die slowenische Vertretung gibt", so Dobernig. "Kärnten ist nicht zweisprachig." Und weiter: "Man hat bereits den Eindruck, dass in Kärnten mehr Slowenen als richtige Kärntner leben." Am Sonntag nahm Dobernig dies zurück.


Landeshauptmann Gerhard Dörfler sah sich am Montag zu einer Entschuldigung "in aller Form" bei der Volksgruppe genötigt. Dörfler meinte, Dobernigs Aussagen "haben nicht meine Unterstützung". Die Aussagen seines Parteifreundes seien allerdings kein "Querschuss", jede Partei habe eine "gewisse Breite". Entscheidend sei, "welche Haltung der Regierungschef hat".

Vizekanzler Michael Spindelegger verbat sich solche Störungen eines "Provinzpolitikers". Spindelegger erklärte, er lasse sich das gute Verhältnis zu Slowenien nicht von einem Provinzpolitiker schlechtmachen. Er arbeite daran, das Verhältnis zum Nachbarland zu intensivieren. Solche Störungen seien fehl am Platz, sagte der Außenminister, der am Dienstag nach Slowenien reist. Verteidigungsminister Norbert Darabos forderte Dobernigs Rücktritt. Derartige Ansichten hätten "in einer Demokratie nichts verloren", meinte der Minister in einer Aussendung. "Leider haben solche Provokationen bei den Freiheitlichen seit Haider Tradition."

Kritik kam auch vom slowenischen Regierungsbüro für Auslandsslowenen in Ljubljana. Man bedaure die jüngsten "intoleranten" Aussagen einzelner Kärntner Landespolitiker gegen die slowenische Volksgruppe.

Dörfler wiederum forderte, wie auch FPK-Chef Kurt Scheuch, eine Entschuldigung vom Botschafter Sloweniens in Wien, Aleksander Gerzina. Dieser hatte sich wegen der Dobernig-Aussagen an eine "Massenbewegung, die in den 30er Jahren erfolgreich war" erinnert gefühlt.




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Harald Dobernig, Slowenen

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Dokument erstellt am 2012-10-08 17:33:10



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