• vom 03.10.2013, 18:28 Uhr

Politik

Update: 03.10.2013, 19:24 Uhr

Neos

Neos-Bundesgeschäftsführer Feri Thierry




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Neos-Geschäftsführer: Feri Thierry.

Neos-Geschäftsführer: Feri Thierry.© Parlamentsdirektion/Ott Neos-Geschäftsführer: Feri Thierry.© Parlamentsdirektion/Ott

(wh/sir)  Feri Thierry hatte das Ziel, die ÖVP zu modernisieren und zu liberalisieren; dafür hatte er sich eingesetzt - und daran ist er gescheitert.

Jetzt macht sich Thierry daran, eine liberale Partei in Österreich zu etablieren, die Neos, die auf Anhieb den Einzug in den Nationalrat geschafft haben. Wie die neue Fraktion bekanntgab, wird Thierry neuer Bundesgeschäftsführer, wobei er erst am Ende des Jahres diese Position antreten wird.


Feri Thierry, Jahrgang 1973, ist selbständiger Politikberater, das von ihm aufgebaute Unternehmen muss er allerdings nach seinem Wechsel in die Politik aus Gründen der Unvereinbarkeit verlassen. Die Firma wird zwar weiter bestehen, Thierry muss sich aber komplett zurückziehen.

Für ihn, der die Neos bisher ehrenamtlich beraten hat, ist es genau genommen ein Wechsel zurück in die Politik. Er war in der ÖVP-nahen Schülerunion engagiert, wo er bereits mit Neos-Parteichef Matthias Strolz zusammentraf. Für beide ging es in der ÖH-Fraktion "AktionsGemeinschaft" weiter, Strolz kandidierte 1997 in Innsbruck, als Thierry Bundesobmann war.

Feri Thierry blieb zwar politisch bei und war auch Mitglied in der ÖVP, nahm aber keine Funktion in der Volkspartei ein. Sehr wohl engagierte er sich aber für deren Öffnung. Er engagierte sich in den 1990er Jahren in der "Plattform für eine offene Politik", einer Gruppe rund um den ehemaligen Busek-Mitarbeiter Boris Marte und den Hilfswerk-Geschäftsführer Walter Marschitz, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die ÖVP für junge, urbane und liberale Bürger wieder wählbar zu machen. Die Volkspartei unter Schüssel erschien ihnen vor allem ideologisch viel zu eng. Es sind diese und andere Gruppen, etwa der Arbeitskreis für Schwarz-Grün, die die Volkspartei verabsäumt hat, dauerhaft an sich zu binden. Jetzt machen etliche Politik für die politische Konkurrenz.

Auch Thierry hatte im Jahr 2002 auf dieses "Window of Opportunity" gehofft, als ÖVP und Grüne verhandelten, am Ende aber doch wieder Schwarz-Blau herauskam. Am Tag der Angelobung trat Thierry aus der ÖVP aus.

Der Austritt war kein völliger Bruch mit der ÖVP, Sympathie und eine gewisse Nähe zur Volkspartei waren weiterhin gegeben. So war Thierry, wenn auch eher am Rande, Teil der ÖVP-Perspektivengruppe unter Josef Pröll. Er setzte sich für die rechtliche Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Paaren ein; Jahre zuvor hatte er die Kampagne "Stark. Schwarz. Schwul" lanciert. Auch wenn die ÖVP einer Verpartnerung von homosexuellen Paaren letztlich zustimmte, blieben Diskriminierungen im Gesetz.

Ab Ende des Jahres kann Thierry Politik nun aktiv mitgestalten. Gemeinsam mit der Marketingexpertin Grace Pardy, die sich um die anstehenden Wahlkämpfe (EU, Vorarlberg) kümmern wird, wird Thierry als Geschäftsführer die neue Partei leiten.




Schlagwörter

Neos, Feri Thierry, ÖVP, Porträt

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Dokument erstellt am 2013-10-03 18:33:04
Letzte Änderung am 2013-10-03 19:24:51



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