• vom 11.11.2013, 11:04 Uhr

Politik

Update: 11.11.2013, 11:52 Uhr

Regierung

Der neue Stil des Dr. Spin




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Clemens Neuhold

  • Josef Kalina über die letzte Chance für die große Koalition
  • Überlebenstipps für die Regierung von SPÖ-Urgestein und PR-Mann Josef Kalina.

Wien. Mit Josef Kalina und Andreas Rudas betraten in den späten 90er Jahren "Spindoktoren" die politische Bühne des Landes. Als Sprecher von Viktor Klima machte Kalina die Hochwasser-Gummistiefel zum bevorzugten Schuhwerk besorgter Politiker. Kalina begann vor 30 Jahren als Redakteur der Sozialistischen Korrespondenz und arbeitete schon unter Alfred Sinowatz und Franz Vranitzky für die SPÖ. Auch heute "spint" er Bundeskanzler Werner Faymann in "Feedback-Runden"; mit seiner privaten PR-Firma spinnt er Netzwerke.


"Wiener Zeitung": Sind Sie der Spindoktor von Bundeskanzler Werner Faymann?

Josef Kalina: Nein, aber wir sind seit 30 Jahren befreundet. Es gab vor der Wahl Feedback-Runden, an denen ich teilnahm. Dabei werden Situationen beleuchtet und durchdiskutiert.

Wer sind jetzt die wichtigsten Spindoktoren der SPÖ?

Das weiß ich nicht.

Glaub ich nicht.

Bei der SPÖ läuft das nach einem anderen Modell als bei uns damals. Ich oder später ein Daniel Kapp (Pressesprecher von ÖVP-Vizekanzler Josef Pröll, Anm.) hatten mehr Spielraum. Den Pressesprechern von Werner Faymann wird die Botschaft relativ klar vorgegeben, vom Kanzler persönlich oder dessen rechter Hand, Josef Ostermayer. Mit diesem Modell gelingt es der SPÖ relativ gut, mit einer Zunge zu sprechen. Faymann selbst hört sich viele Meinungen an und trifft dann im engeren Team eine Entscheidung.

Sie oder die Ex-Sprecherin von Wolfgang Schüssel, Heidi Glück, gründeten PR-Agenturen. Ist Polit-Beratung heute privatisiert?

Externe Berater sind in der SPÖ nichts Neues. Wenn Du nur Leute aus der Partei anhörst, wirst Du unbeweglich.

Bekommen Sie nur SPÖ-nahe Aufträge?

Gar nicht. Unsere Kunden kommen hauptsächlich aus der Wirtschaft - von Danone bis zur Wirtschaftskammer Tirol.

Welchen "neuen Stil" empfehlen Sie Werner Faymann?

Ich würde mich an beide Parteien wenden, die eine Regierung bilden wollen: Definiert zwei besonders wichtige Projekte und zieht sie durch, egal, wie groß die Widerstände in den eigenen Reihen sind. Und schielt nicht auf die nächste Landtagswahl, schon gar nicht auf die Nationalratswahl. Das wäre ein wichtiger Überraschungsmoment, wenn SPÖ und ÖVP über ihre Schatten springen und der staunenden Öffentlichkeit ein ordentliches Reformpaket vorlegen.

weiterlesen auf Seite 2 von 3




2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2013-11-11 11:08:03
Letzte Änderung am 2013-11-11 11:52:53



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Breitseite gegen Kassenreform
  2. Belastungszeugin traf Kickl
  3. Kurz setzt Seenotretter und Schlepper faktisch gleich
  4. 687 Millionen Euro gegen Kinderarmut
  5. Ein "Staat von Menschen aus Fleisch und Blut"
Meistkommentiert
  1. Lautstarke Demo gegen die türkis-blaue Regierung
  2. Kurz setzt Seenotretter und Schlepper faktisch gleich
  3. Regierung bleibt dabei: Keine Volksabstimmung zum Rauchverbot
  4. Rendi-Wagner: "Bedauerlich, aber zu respektieren"
  5. Maurer-Urteil beschäftigt die Politik

Die steirische Molekularbiologin und Neo-Nationalratsabgeordnete Juliane Bogner-Strauß übernimmt das Ressort Frauen, Familie und Jugend.



Werbung