• vom 04.04.2014, 18:18 Uhr

Politik

Update: 05.04.2014, 10:36 Uhr

Glücksspiel

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Von Clemens Neuhold

  • Beim Glücksspiel geht es auch um einen Riss, der quer durch die Sozialdemokratie geht.

4 wollen den Jackpot: Novomatic hofft auf eine Konzession für den Prater, Century für das Intercontinental, die Schweizer Stadtcasino Baden AG für das Palais Schwarzenberg und Casinos Austria für zwei geheime Projekte.

4 wollen den Jackpot: Novomatic hofft auf eine Konzession für den Prater, Century für das Intercontinental, die Schweizer Stadtcasino Baden AG für das Palais Schwarzenberg und Casinos Austria für zwei geheime Projekte.© Grand Casino Wien, apa/Georg Hochmuth 4 wollen den Jackpot: Novomatic hofft auf eine Konzession für den Prater, Century für das Intercontinental, die Schweizer Stadtcasino Baden AG für das Palais Schwarzenberg und Casinos Austria für zwei geheime Projekte.© Grand Casino Wien, apa/Georg Hochmuth

Wien. Kann Schweigen zum Schneiden sein? "Absolut kein Kommentar", heißt es aus dem Büro der für Glücksspiel zuständigen Finanz-Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) zur Vergabe zweier Casino-Lizenzen in Wien und einer in Niederösterreich. Der Automatenriese Novomatic schweigt, Casinos Austria schweigen, die Lobbyisten, die das Finanzministerium belagern, schweigen.

Die Ruhe vor dem Sturm hat nicht nur mit den strengen Regeln des Vergabeprozesses zu tun, sondern auch mit der Höhe der Einsätze. Es geht um hunderte Millionen künftiger Einnahmen, sowohl für die Betreiber als auch für die Staatskasse; alleine für einen der möglichen Standorte verspricht ein Bieter 25 Millionen Euro jährlicher Steuern. Und es geht um Macht und Einfluss in einer Branche, die mit der Politik eng vernetzt ist. Die Liste der Promi-Politiker, die bei Novomatic oder Casinos angedockt haben, wird jährlich länger.


Die Spieler

4 wollen den Jackpot: Novomatic hofft auf eine Konzession für den Prater, Century für das Intercontinental, die Schweizer Stadtcasino Baden AG für das Palais Schwarzenberg und Casinos Austria für zwei geheime Projekte.

4 wollen den Jackpot: Novomatic hofft auf eine Konzession für den Prater, Century für das Intercontinental, die Schweizer Stadtcasino Baden AG für das Palais Schwarzenberg und Casinos Austria für zwei geheime Projekte.© Grand Casino Wien, apa/Georg Hochmuth 4 wollen den Jackpot: Novomatic hofft auf eine Konzession für den Prater, Century für das Intercontinental, die Schweizer Stadtcasino Baden AG für das Palais Schwarzenberg und Casinos Austria für zwei geheime Projekte.© Grand Casino Wien, apa/Georg Hochmuth

Für die neuen Casino-Standorte in Wien und Niederösterreich haben sich neben den Casinos Austria auch Novomatic, die Schweizer Stadtcasino Baden AG (nicht Baden bei Wien) gemeinsam mit dem deutschen Automatenkonzern Gauselman sowie ein Konsortium aus Century Casinos um den Investor Michael Tojner beworben. Letzteres möchte eine Spielbank im Hotel Intercontinental am Wiener Stadtpark errichten, Gauselmann und die Schweizer wollen ins Palais Schwarzenberg. Novomatic strebt Vollkonzessionen für seinen Admiral-Automatensalon im Prater und die Spielstätte Monte Laa im Böhmischen Prater an. Die Casinos Austria rittern um alle drei Lizenzen, halten ihre Standorte aber geheim.

Die Spielregeln

4 wollen den Jackpot: Novomatic hofft auf eine Konzession für den Prater, Century für das Intercontinental, die Schweizer Stadtcasino Baden AG für das Palais Schwarzenberg und Casinos Austria für zwei geheime Projekte.

4 wollen den Jackpot: Novomatic hofft auf eine Konzession für den Prater, Century für das Intercontinental, die Schweizer Stadtcasino Baden AG für das Palais Schwarzenberg und Casinos Austria für zwei geheime Projekte.© Grand Casino Wien, apa/Georg Hochmuth 4 wollen den Jackpot: Novomatic hofft auf eine Konzession für den Prater, Century für das Intercontinental, die Schweizer Stadtcasino Baden AG für das Palais Schwarzenberg und Casinos Austria für zwei geheime Projekte.© Grand Casino Wien, apa/Georg Hochmuth

Im Finanzministerium wird die Ausschreibung von einem Glücksspielbeirat vorbereitet. Den Vorsitz hat kein Geringerer als Wolfgang Nolz, der 25 Jahre Leiter der Steuersektion im Ministerium war. Nach Kriterien wie Eigenmitteln, Spielerschutz, Entwicklungsplänen oder Erfahrung werden Punkte vergeben. Der mit den meisten Punkten gewinnt. Dabei kommt es natürlich darauf an, wie stark die einzelnen Kriterien gewichtet werden.

Die Chancen
Die besten Karten hat Novomatic für den großen Prater. In ganz Wien stehen 2800 Spielautomaten. Novomatic ist Marktführer und betreibt alleine im Prater über 400 Maschinen. Tritt in Wien das paktierte Verbot des kleinen Glücksspiels (Spielkabinen, Automaten in Cafés) wie geplant 2015 in Kraft, würde Novomatic nur um einen Teil seines Automaten-Geschäfts umfallen. Einarmige Banditen in den Casinos sind Bundessache und wären vom Landesverbot nicht tangiert. Schwer vorstellbar, dass der mit weltweit 230.000 Automaten und 20.000 Mitarbeitern agierende Konzern daheim leer ausgeht. Außerdem gibt es eine Lizenz für Wien Nord-Ost und eine für Süd-West. Der Prater zählt zu Nord-Ost und dort hat Novomatic nur die Casinos als Konkurrenz. Im Gebiet Süd-West stehen sie mit ihrer Bewerbung für den Böhmischen Prater den Casinos und zwei weiteren Bewerbern gegenüber. Dass Novomatic mit dem weniger attraktiven, weil entlegeneren und kleineren Standort im Böhmischen Prater beide Wiener Lizenzen abräumt, ist eher unwahrscheinlich.

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Schlagwörter

Glücksspiel, Novomatic, Casinos

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2014-04-04 18:23:08
Letzte Änderung am 2014-04-05 10:36:20




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