• vom 30.06.2014, 17:35 Uhr

Politik

Update: 30.06.2014, 18:34 Uhr

Eugen Ernst Veselsky

Eugen Veselsky 1932 - 2014 Kreiskys Mann für die 1400 Experten




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    Wien. (wh) Es war eine Musterkarriere in der roten Reichshälfte der Republik - Arbeiterkämmerer, Nationalbanker, Geschäftsführer des Beirats für Wirtschafts- und Sozialfragen, schließlich Staatssekretär -, die Ernst Eugen Veselsky gelang. Dabei stammte der Wirtschaftswissenschaftler aus altem K.u.k.-Adel, der Urgroßvater Seeheld an der Seite von Admiral Tegetthoff, der Vater von den Nazis verfolgt und gefoltert.

    Ab 1967 widmete sich der 1932 in Wien geborene Veselsky der Rekrutierung und Koordination jener legendären 1400 Experten, die für die SPÖ ein Reformprogramm erarbeiteten, mit dessen Hilfe Bruno Kreisky 1970 erst die relative, 1971 dann die absolute Mehrheit gewann. Der Kanzler dankte es ihm mit dem Amt eines Staatssekretärs im Bundeskanzleramt. 1977 schied er im Unfrieden aus dem Amt, er sah sich als Opfer einer Intrige der Entourage von Hannes Androsch, damals Finanzminister. Von 1980 bis 1995 war er Vorsitzender des Datenschutzrates. Als seine Warnungen vor wachsender Überwachung nahm er auch hier de Hut.


    In einem Interview mit der "Wiener Zeitung" anlässlich seines 80. Geburtstages im November 2012, seinem wohl letzten Interview, ließ er an der aktuellen Politik kein gutes Haar, auch nicht an den Medien. Tief getroffen hatte ihn auch die mangelnde Aufarbeitung der NS-Zeit: "Links saß ein Nazi, rechts auch", erzählte er von den Kabinettssitzungen in den 70er Jahren unter Kreisky.

    Veselsky starb am Sonntag in Villach, wo er mit seiner zweiten Ehefrau seinen Lebensabend verbrachte.




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    Dokument erstellt am 2014-06-30 17:38:11
    Letzte Änderung am 2014-06-30 18:34:25



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