• vom 29.07.2014, 17:33 Uhr

Politik


Bundesheer

Ausbaupläne für Katastrophenhilfe




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Bundesheer verteilte drei Millionen Liter Trinkwasser in Bosniens Hochwassergebieten.

Sarajevo/Wien. (tr) Die eben heimgekehrte "Austrian Forces Disaster Relief Unit" (AFDRU), eine Sondereinheit des Österreichischen Bundesheers, hat während der jüngsten Hochwasserkatastrophe in Südosteuropa Trinkwasser an 50.000 Menschen verteilt. Für ihre Anstrengungen hat Verteidigungsminister Gerald Klug am Dienstag allen 78 Angehörigen der Einheit Verdienstzeichen verliehen. Aufgrund dieses "äußerst erfolgreichen" Einsatzes plane er eine Ausweitung der AFDRU, erklärte der Minister im Zuge der Verleihung. Die Einheit sei vor ihrem Bosnien-Einsatz zwar beinahe ein Jahrzehnt nicht angefordert worden, jedoch lege man besonderen Wert auf internationale Zusammenarbeit und Solidarität.


Bosnien wurde nach andauernden Regenfällen im Mai besonders hart von Hochwassern geplagt. Mehr als eine Million Menschen waren betroffen, tausende mussten in Sicherheit gebracht werden. Aufgrund der anhaltenden Überschwemmungen stieg auch die Seuchengefahr, und sauberes Trinkwasser wurde knapp. "Natürlich konnten wir nicht alle Brunnen kontrollieren, aber eben so viele wie möglich", sagt Gerald Bauer, chemischer Experte der AFDRU. Mit seiner Truppe war er in der Gegend um Orasje, nahe der kroatischen Grenze, unterwegs, stellte Kanister mit Trinkwasser auf, testete die Wasserqualität in privaten Leitungen und verteilte Informationen an die Bevölkerung.

Kritik übt Bauer an den bosnischen Behörden. "Die Leute dort waren sehr enttäuscht von den Politikern, weil sich diese nicht einmal gezeigt haben, als das Land unter Wasser stand." An der lokalen Koordination beteiligten sich laut Bauer vor allem Zivilisten wie der Chef des Wasserleitungsverbands in Orasje. Problematisch sei auch der Informationsaustausch zwischen den Gemeinden und Sarajevo gewesen, sagt der Chemiker. "Manchmal schickte die Hauptstadt Zahnbürsten, wo Desinfektionsmittel und Wasser gebraucht wurden. Die Ausbaupläne für die AFDRU findet Bauer sinnvoll. Bei internationalen Hilfseinsätzen arbeiten aus seiner Sicht oft viele Organisationen nebeneinander her anstatt zusammen. Besonders wichtig sei es, sich bereits im Vorfeld des Einsatzes besser mit anderen Ländern zu koordinieren.

Wie viel die Hilfsaktion in Bosnien das Bundesheer gekostet hat, sei noch nicht erhoben, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums auf Anfrage.




Schlagwörter

Bundesheer, Katastrophenhilfe

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-07-29 17:38:03



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Ärztekammer drängt auf ambulante Sonderklasse
  2. Ski-Gondeln im Zillertal kollidiert
  3. Gamon will Neos in EU-Wahl führen
  4. Köstinger bremst Hofer ein
  5. Verbrauchte Böden
Meistkommentiert
  1. Herbert Kickl: Fast von nichts gewusst
  2. Jugendliche Flüchtlinge werden verlegt
  3. Kritik an und Anzeige gegen Waldhäusl
  4. Köstinger bremst Hofer ein
  5. Rendi-Wagner erwartet Rückkehr der Wähler

Die Wandlung: Als Kandidatin für die Bundestagswahl 1994 und als Generalsekretärin 2018.



Werbung