• vom 13.03.2015, 18:55 Uhr

Politik

Update: 13.03.2015, 20:08 Uhr

Mehrwertsteuer

Gewinner und Verlierer




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Von Marina Delcheva

  • Niedrigverdiener und Arbeitnehmer werden entlastet - Freizeit wird teurer - kleine Betriebe, Anleger und Spitzenverdiener zahlen drauf.

Wien. Anna M. arbeitet als Friseurin in Wien und verdient circa 1500 Euro brutto. Ab 2016, wenn die Steuerreform in Kraft tritt, bleiben der jungen Frau jährlich 434 Euro mehr. "Naja, ein Monat Miete. Nicht so schlecht", sagt sie. Die Gewinner der Tarifentlastung in der Höhe von 4,9 Milliarden Euro sind auf den ersten Blick Klein- und Mittelverdiener mit einem Gehalt von weniger als 4500 Euro brutto monatlich.

Etwa 90 Prozent der geplanten Entlastung entfallen auf diese Gruppe. Wer 1400 Euro brutto im Monat verdient, spart sich künftig fast die Hälfte der Lohnsteuer. Bei einem Einkommen von 2100 Euro brutto beträgt die Lohnsteuersenkung 30 Prozent. Auch Pensionisten und Kleinstverdiener, die weniger als 11.000 Euro jährlich bekommen, können sich künftig mehr Geld beim Finanzamt abholen. Die Negativsteuer für Geringverdiener wird von 110 auf 400 Euro jährlich erhöht. Pensionisten bekommen künftig eine Steuergutschrift von 110 Euro pro Jahr.


Familien sollen jährlich im Umfang von 100 Millionen Euro von der Steuerreform profitieren. In welcher Form, das ist noch nicht bekannt. Unternehmer profitieren dem Vernehmen nach in der Höhe von 500 Millionen Euro von der Tarifentlastung, weil sie dadurch ebenfalls weniger Einkommenssteuern zahlen.

Von der neuen Brutto-Netto-Rechnung muss aber jener Teil abgezogen werden, den die Bürger quasi selbst bezahlen. Um die Entlastungen zu finanzieren, sollen unter anderem eine Reihe Ausnahmen im Steuerrecht gestrichen werden. Fallen soll etwa die steuerliche Erleichterung für Dienstwagen. Ausgaben für private Pensions-, Unfall- oder Lebensversicherungen sowie für Wohnraumbeschaffung und -sanierung sollen in Zukunft nicht mehr absetzbar sein.

Schellings Veltliner ab Hof
7 Cent teurer

Und eine Reihe von verminderten Mehrwertsteuersätzen werden von derzeit 10 auf 13 Prozent angehoben. Künftig werden Kino-, Museums- und Theaterkarten, Schnittblumen, Hundefutter, Schwimmbadbesuche und Hotelnächtigungen teurer. Auch der Ab-Hof-Verkauf von Wein wird ab 2016 mit 13 statt mit 12 Prozent besteuert. Künftig kostet also beispielsweise eine Flasche des Grünen Veltliners "Messwein" von Finanzminister Schellings Weingut Herzogenburg sieben Cent mehr im Ab-Hof-Verkauf, wir eine Anfrage der "Wiener Zeitung" ergab.

Die Ausnahmenstreichung soll 250 Millionen Euro zusätzlich in die Kassa spülen. Das bringt vor allem Hoteliers auf die Palme. "Unsere Wettbewerbssituation verschlechtert sich schlagartig", beklagt die Österreichische Hoteliervereinigung, weil in Deutschland ein Steuersatz von sieben Prozent auf Hotelnächtigungen gelte.

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Dokument erstellt am 2015-03-13 18:59:04
Letzte Änderung am 2015-03-13 20:08:19



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