• vom 27.07.2015, 11:58 Uhr

Politik

Update: 28.07.2015, 17:46 Uhr

Traiskirchen

2.000 Menschen ohne Bett




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Von WZOnline/APA, red

  • Anzahl der Asylwerber höher als prognostiziert: Fast 4.300 Flüchtlinge im Erstaufnahmezentrum.

"Muslime und Flüchtlinge willkommen!", steht auf dem Plakaten am Zaun des Erstaufnahmelagers in Traiskirchen.

"Muslime und Flüchtlinge willkommen!", steht auf dem Plakaten am Zaun des Erstaufnahmelagers in Traiskirchen.© Wiener Zeitung/Karin Pointner "Muslime und Flüchtlinge willkommen!", steht auf dem Plakaten am Zaun des Erstaufnahmelagers in Traiskirchen.© Wiener Zeitung/Karin Pointner

Wien/Traiskirchen. Im Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen sind fast  4.300 Flüchtlinge untergebracht, allerdings stehen dort derzeit nur für lediglich 2.300 Asylwerber Betten zur Verfügung, davon bereits 480 in bereits errichteten Zelten. Das bestätigte das Innenministerium gegenüber der APA. Alle Flüchtlinge, die sich derzeit in Traiskirchen aufhalten, würden versorgt, so das Innenministerium weiter. Dennoch würden für rund 2.000 Personen keine Betten zur Verfügung stehen.

Innenministerium tagt

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hofft indessen auf mehr Kooperation der Kommunen bei der Unterbringung von Flüchtlingen. "Ich würde mir nichts mehr wünschen als, dass viele Gemeinden in den nächsten Tagen und Wochen ihren Widerstand aufgeben", sagte sie am Montag bei einer Tagung zum Thema. Peter Webinger, Gruppenleiter für Asyl und Migration, wiederum sprach von einer "Unterbringungskrise".



Die Tagung im Innenministerium beschäftigte sich weniger mit den tagespolitischen Aspekten des Asylwesens als mit langfristigen Lösungsansätzen. "Oft habe ich den Eindruck, dieses Thema beginnt an der österreichischen Staatsgrenze", kritisierte Webinger die Schlagseite der öffentlichen Diskussion. Webinger betonte, dass Migration kein Selbstzweck sei. Es gebe dafür drei essenzielle Gründe: Familie, Wirtschaft und Flucht.


"Die Gnade der Geburt"

Europa treffe dabei eine große Verantwortung, denn: "Wir haben die Gnade der Geburt." Migration müsse man sich zudem "leisten können". Syrische Flüchtlinge würden pro Person von 8.000 bis 12.000 Euro zahlen. Der Platz auf einem Flüchtlingsboot von Libyen nach Italien koste durchschnittlich 4.000 für das höchst gefährliche Unterdeck, 6.000 Euro für das Oberdeck.

Auch Mikl-Leitner hatte in ihrer Eröffnungsrede zuvor betont, dass ein umfassenderer Blick auf das Flüchtlingsproblem notwendig sei. Noch nie in jüngerer Zeit habe es weltweit so viele Krisenherde zugleich gegeben. "Wir müssen uns damit beschäftigen, wo die Ursachen liegen", meinte die Innenministerin. Konkret gelte es, die Bedingungen in den Drittstaaten selbst zu verbessern. Man müsse dem Nahen Osten und Afrika den "Migrationsdruck" nehmen.

Menschenrecht

Unumstritten bleibt für Mikl-Leitner laut eigener Aussage, dass Asyl ein Menschenrecht bleiben müsse. Die Unterbringung selbst müsse jedoch eine Option in Krisenzeiten bleiben. Dass Österreich besonders betroffen sei, liege daran, dass sich hier aufgrund der geografischen Lage die Routen übers Mittelmeer mit jener über den Balkan schneiden würden. Griechenland etwa würde lediglich als "Transitland" von den Asylwerbern genutzt.




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Dokument erstellt am 2015-07-27 11:58:45
Letzte Änderung am 2015-07-28 17:46:46



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