• vom 05.09.2015, 08:59 Uhr

Politik

Update: 05.09.2015, 20:14 Uhr

Flüchtlinge

Heute bis zu 10.000 Menschen erwartet




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Von WZ Online, APA

  • Rund 6.500 Flüchtlinge sind bereits in Österreich angekommen.
  • Hunderte machten sich zu Fuß vom Keleti-Bahnhof auf.

Das Innenministerium erwartet bis zu 10.000 Flüchtlinge, die in der laufenden Welle von Ungarn nach Österreich kommen. Rund 6.500 seien bereits in Österreich, teilte das Ressort Samstagvormittag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Medizinische und humanitäre Hilfe stehe im Vordergrund, hieß es.

Die Informationslage sei sehr unsicher und ändere sich ständig, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der APA. Man müsse sich aber auf eine Zahl in dieser Größenordnung einstellen.


6.500 bereits angekommen

Nach Einschätzungen der Polizei sind während der vergangenen Stunden bei Nickelsdorf im Burgenland bisher zwischen zweieinhalb und 6.500 Flüchtlinge aus Ungarn nach Österreich gekommen, so Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil heute, Samstagfrüh zur APA. Ein Zug mit etwa 400 Personen habe Nickelsdorf bereits verlassen, ein weiterer mit ebenso vielen Flüchtlingen soll folgen.

Die Nova-Rock-Halle in Nickelsdorf sei mit 400 bis 500 Personen "überfüllt", weitere 400 bis 500 sollen nun nach Parndorf gebracht werden. "Es sind hier noch möglicherweise Tausend Leute, die am Lkw-Parkplatz warten", berichtete Doskozil.

3.400 am Westbahnhof

Am Wiener Westbahnhof hat am Samstag Ausnahmezustand geherrscht. Bis zu 3.400 Flüchtlinge hielten sich gleichzeitig auf dem Areal auf. Empfangen wurden sie von einer Welle der Hilfsbereitschaft.

Trotz des enorm dichten Gedränges auf den Bahnsteigen war die Stimmung niemals aufgeladen - im Gegenteil, die Erleichterung, endlich auf der letzten Etappe ihrer Reise zu sein, ließ unter den Flüchtlingen beinahe so etwas wie Fröhlichkeit aufkommen. Dazu trugen auch zahlreiche freiwillige Helfer bei, die die Ankommenden mit Lebensmitteln, "Refugees-Welcome"-Schildern und Hygieneartikeln empfingen. "Die Stimmung ist trotz allem wirklich gut", schilderte eine Arabisch-Deutsch-Dolmetscherin.

"Es wird weiterhin versucht, die Ströme mit Bussen und Zügen weiterzuleiten", betonte Hahslinger. Auch jene Flüchtlinge, die am Hauptbahnhof ankamen, wurden zum Westbahnhof gebracht

Ströme reißen nicht ab

"Ich stehe direkt an der Grenze zu Ungarn und schaue hinunter. Die Ströme, die raufkommen, die reißen derzeit nicht ab", schilderte Doskozil. "Wir warten auf 17, 18 Doppelstockbusse, dass wir Leute weiterverbringen können nach Wien, vielleicht auch noch Richtung Deutschland."

Die Flüchtlinge seien "den Umständen entsprechend ruhig. Natürlich - wenn Busse kommen, wenn sie einsteigen können, entsteht natürlich ein bisschen eine Hektik", beschrieb der Polizeichef die Lage. "Aber dem Grunde nach ist diese Situation an und für sich einzig und allein deshalb so entstanden und offensichtlich deshalb teilweise ausgeufert, weil hier keine Kooperationsbereitschaft seitens der ungarischen Kollegen gegeben war", sagte Doskozil. "Infolgedessen mussten wir - und das schon seit zwei, drei Stunden - auch die Autobahn (die Ostautobahn A4, Anm.) für die Lkw- und Pkw-Einreise sperren."

Hunderte machten sich zu Fuß vom Keleti-Bahnhof auf

Währenddessen sind Hunderte Migranten sind am Samstagmittag vom Budapester Ostbahnhof in Richtung Westen losmarschiert, berichtet der Fernsehsender ATV. Vor allem junger Männer bildeten den Zug bilden, Familien mit Kleinkindern seien eher die Ausnahme.

Diese Aktion ähnele jener vom Freitag, als Tausende Migranten den Bahnhof verließen und inzwischen in Österreich ankamen. In der Transitzone des Bahnhofs würden sich nur noch wenige Flüchtlinge befinden, hieß es.




Schlagwörter

Flüchtlinge, Asyl, Ungarn

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Dokument erstellt am 2015-09-05 09:10:59
Letzte Änderung am 2015-09-05 20:14:43




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