• vom 17.09.2015, 13:46 Uhr

Politik

Update: 17.09.2015, 13:59 Uhr

Flüchtlinge

Universitäten wollen "Ort der Begegnung" sein




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Von WZ Online/APA

  • Unis weiten Aktivitäten für Flüchtlinge aus und forcieren unbürokratischen Uni-Zugang.

Wien. Die Unis weiten mit der Initiative "More" ihre Aktivitäten für Flüchtlinge aus. "Wir verstehen die Universitäten als Orte der Begegnung", sagte der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Heinrich Schmidinger, am Donnerstag vor Journalisten in Wien. Geboten werden Sprachkurse und Sportaktivitäten, derzeit mehr als 100 Lehrveranstaltungen und ein unbürokratischer Weg an die Uni.

Schmidinger: "Unis können nicht danebenstehen"


In dieser dramatischen Situation und angesichts der unglaublichen Not könnten die Universitäten "nicht danebenstehen", erklärte Schmidinger. "Wir könne es auch nicht zulassen, dass eine verlorene Generation entsteht", sagte er unter Hinweis auf die zum Teil hochgebildeten und motivierten Flüchtlinge. Sie nicht zu unterstützen würde bedeuten, sie um ihre Zukunft zu bringen.

Derzeit beteiligen sich 16 der 21 Unis an der Initiative, uniko-Vizepräsident Gerald Bast geht davon aus, dass demnächst alle Unis das Projekt unterstützen. Das Angebot reicht von der Öffnung der Uni-Bibliotheken für Flüchtlinge über Sprachkurse, Workshops, Buddy-Systeme für jene, die wieder ein Studium beginnen wollen, Rechtsberatung, etc. Insgesamt stünden derzeit mehrere hundert Plätze in verschiedenen Kursen zur Verfügung, "das Angebot wächst täglich". Informiert wird darüber auf der Homepage http://uniko.ac.at/projekte/more.

"Großzügigen Umgang mit bürokratischen Erfordernissen"

Die Unis würden dabei "einen großzügigen Umgang mit bürokratischen Erfordernissen" walten lassen, etwa was Inskriptionsfristen oder Qualifikationsnachweise anbelangt und auf Studiengebühren verzichten, sagte uniko-Generalsekretärin Elisabeth Fiorioli. Mit Unterstützung von Caritas und Diakonie könne man die Flüchtlinge erreichen und ermutigen, an die Unis zu kommen.

Wieviele Flüchtlinge derzeit an den Unis studieren, können die Rektoren mangels statistischer Erfassung dieses Status nicht sagen. "Die Universitäten arbeiten unter extrem angespannten Bedingungen und haben in dieser Situation noch die Kraft, so eine Aktion über Nacht auf die Beine zu stellen - das ist der Beweis dafür, wie sehr die Unis ihre Verantwortung in der Gesellschaft wahrnehmen", sagte Bast, der nicht glaubt, dass dies eine vorübergehende Situation ist, sondern Europa in den nächsten Jahrzehnten beschäftigen wird.

Als "guten und wichtigen Ansatz" lobte Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) die Initiative der Universitäten. Diese seien "immer ein Beispiel für gelebte Internationalität und innovative Lösungsansätze" gewesen. Lob kam auch von der Grünen Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer. Sie forderte Mitterlehner zur Unterstützung der Initiative auf, "wenn nötig auch mit finanziellen Mitteln".




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Dokument erstellt am 2015-09-17 13:47:43
Letzte Änderung am 2015-09-17 13:59:48



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