• vom 23.03.2016, 16:45 Uhr

Politik

Update: 01.04.2016, 17:03 Uhr

Bundeswahlbehörde

Sechs Kandidaten stehen auf dem Stimmzettel




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  • Große Auswahl und hoher Altersdurchschnitt bei der heurigen Bundespräsidentenwahl.



Wien. (temp) Richard Lugner - der es zuletzt auch noch auf den Stimmzettel schaffte - ist der 36. Österreicher, der sich um das Amt des Bundespräsidenten bewirbt. Nachdem er am Freitag weniger als 6000 Unterschriften ins Innenministerium gebracht hatte, hatte er die Nachfrist bis Dienstag in Anspruch genommen und schließlich 6500 Unterschriften gesammelt.

Die Bundeswahlbehörde bestätigte nun am Mittwoch insgesamt sechs Kandidaten für die heurige 13. Hofburg-Wahl. Die Reihung auf dem Stimmzettel am 24. April wird alphabetisch sein: Irmgard Griss, Norbert Hofer (FPÖ), Rudolf Hundstorfer (SPÖ), Andreas Khol (ÖVP), Richard Lugner und Alexander Van der Bellen (von den Grünen unterstützt). Damit ist die Auswahl so groß wie bisher erst einmal in der ersten Volkswahl 1951. Gekürt wird der achte direkt gewählte und insgesamt neunte Präsident der Zweiten Republik.


Wie viele Unterschriften genau die Kandidaten eingereicht haben, zählte die Bundeswahlbehörde nicht aus - nur, ob die nötigen 6000 erreicht wurden. Nach Angaben der Bewerber selbst hat Khol mit 40.827 die meisten Unterstützungserklärungen gesammelt, Hundstorfer legte 30.768 vor, Hofer rund 20.000, Van der Bellen 17.136, Griss 12.062 und Lugner wie gesagt rund 6500. Nicht gereicht hat es für Robert Marschall, Obmann der EU-Austrittspartei, der ebenfalls den Wahlvorschlag einreichte, aber laut APA nur auf rund 1150 Unterschriften kam.

Mit dem 83-jährigen Lugner steht heuer der älteste Bewerber der Zweiten Republik auf dem Stimmzettel. Wirklich jung sind Bundespräsidenten-Kandidaten ja nie, müssen sie doch laut Gesetz mindestens 36 Jahre alt sein. Aber diesmal ist der Altersdurchschnitt von fast 68 Jahren besonders hoch. Nur in den Jahren 1957 (71) und 1963 (69,7) war er höher. Der zweitälteste Kandidat von heuer ist Khol (74), gefolgt von Van der Bellen (72) und Griss (69). Hundstorfer ist 64 Jahre alt und Hofer 45.

Wenig verwunderlich ob dieses Altersdurchschnitts ist, dass sich heuer mit Khol, Van der Bellen und Griss zwei Pensionisten und eine Pensionistin unter den Kandidaten befinden. Hundstorfer, der sein Amt als Sozialminister schon abgegeben hat, und Hofer, der als Dritter Nationalratspräsident wahlkämpft, wollen aus der Spitzenpolitik in die Hofburg wechseln. Lugner ist zwar nicht mehr als Baumeister tätig, aber neben Society-Events und Doku-Soaps auch noch in seiner "Lugner City" aktiv.

Stichwahl so gut wie sicher
Lugner versucht heuer schon zum zweiten Mal, Bundespräsident zu werden. Sein erster Versuch 1998 scheiterte. Er ist nicht der Einzige, der noch einen Anlauf nimmt. Auch Heide Schmidt bewarb sich zweimal, aber für verschiedene Parteien: 1992 zog sie für die FPÖ, sechs Jahre später für das Liberale Forum (LIF) in die Wahl - beide Male erfolglos. Bei Kurt Waldheim klappte es hingegen nach 1971 im zweiten Anlauf 1986. Dafür war der umstrittene ÖVP-Präsident der bisher einzige Bundespräsident, der auf eine zweite Amtszeit verzichtete.

Die fünf anderen Bundespräsidenten (außer Theodor Körner, der am Ende der ersten Amtszeit starb) gingen alle erfolgreich in die Wiederwahl. Auch Heinz Fischer beendet im Juli seine zweite Amtszeit. Die Kandidatur für eine dritte ist nicht erlaubt.

Angesichts der hohen Zahl an Kandidaten wird es heuer so gut wie sicher zur Stichwahl kommen, die dann am 22. Mai stattfindet. Das wäre erst die insgesamt vierte -und sie könnte den bisherigen Umfragen zufolge eine Premiere bringen: den ersten Stichwahl-Kandidaten, der nicht der SPÖ oder ÖVP angehört.




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Dokument erstellt am 2016-03-23 16:50:05
Letzte Änderung am 2016-04-01 17:03:36



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