• vom 22.09.2017, 16:53 Uhr

Politik


Landeshaushalt

Salzburg mit neuer Buchhaltung




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  • Das Land stellt nach Vorbild des Bundes ab 2018 auf doppelte Buchhaltung um.

Salzburg. Die Umstellung des Salzburger Landeshaushaltes von der Kameralistik auf die Doppik befindet sich in der heißen Phase, sie soll mit 1. Jänner 2018 in Kraft treten. Die Projektkosten der Haushaltsreform betragen rund 5,5 Millionen Euro. Das neue System soll mehr Transparenz und auch bessere Planbarkeit und Kontrolle bringen. Kopfzerbrechen macht die erstmalige Bewertung des Landesvermögens.

Es handle sich um die größte Verwaltungsreform seit 1945, die das Land Salzburg auf Schiene bringen muss, erklärte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) vor Medienvertretern. Die Umsetzung des Projektes läuft seit April 2016 und soll im März 2018 abgeschlossen sein.


Die Reform erfolgte als Konsequenz des Salzburger Finanzskandals. Sie umfasst eine neue Haushaltsstruktur mit Ergebnisrechnung, Finanzierungsrechnung und Vermögensrechnung. Für die doppelte Buchhaltung kommt das neu eingeführte EDV-System "SAP" zur Anwendung, das die Eigenprogrammierung "Rewe" aus 1997 ablöst. "SAP" ist ein weltweit eingesetztes Rechnungswesen-System.

Schwierige Vermögensbewertung
Das Land muss nun auch eine vollständige Vermögensrechnung vorlegen. Bisher wurden Ausgaben und Einnahmen erfasst, nun werden Aufwand und Ertrag oder auch Bestandsveränderungen gebucht. Nach der Vermögensrechnung lässt sich statistisch ablesen, wie das Land mit dem eigenen Vermögen umgeht, wo investiert oder saniert wird.

Eine Bewertungssumme über das gesamte Vermögen des Landes liegt noch nicht vor. Die Vermögensrechnung setzt eine mühselige Inventur des beweglichen Sachvermögens, die Bewertung von Grund und Boden sowie des gesamten Infrastrukturvermögens und auch des immateriellen Vermögens voraus. Die Palette reicht von den 2000 Straßengrundstücken über Amtsgebäude und Schreibtische bis zu Kunstgegenständen. All das muss im Bilanzierungssystem erkennbar sein. So wird der Anschaffungswert der Pinzgauer Lokalbahn auf rund 22 Millionen Euro geschätzt, die jährliche Absetzung für Abnutzung beträgt 500.000 Euro.

Generell gibt die Vermögensbewertung einiges an Kopfzerbrechen auf. So wird darüber diskutiert, ob "Sicherheitskameras" an Gebäuden Einzelwerte oder Bestandteile des Gebäudes sind. Der Anschaffungswert der historischen Festung Hohensalzburg ist ebenso zu bewerten. Als Kunst-und Kulturgegenstand hat die Burg einen Wert von einem Euro. Ein Verkauf ist gar nicht möglich, weil sich das Land bei der Übernahme vom Bund verpflichtet hat, die Festung nicht zu veräußern.




Schlagwörter

Landeshaushalt, Salzburg

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Dokument erstellt am 2017-09-22 16:57:03



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