• vom 20.10.2017, 17:39 Uhr

Politik

Update: 20.10.2017, 17:56 Uhr

Werner Kogler

Chefökonom wird Chefstratege




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  • IM Porträt: Werner Kogler

Pointiert, emotional, sachverständig. So kennt man Werner Kogler aus seinen Reden im Nationalrat, dem er 18 Jahre lang angehörte. Der "Neue" als Bundessprecher ist grünes Urgestein. Werner Kogler war 1981 Gründungsmitglied der Alternativen Liste Graz sowie der Alternativen Liste Steiermark und Österreich. Noch während seines Studiums der Volkswirtschaftslehre an der Karl Franzens Universität in Graz zog er als Grüner in den Grazer Gemeinderat (1985 bis 1988) ein, wechselte 1994 nach Studienabschluss als Angestellter in den Grünen Parlamentsklub und wurde Mitglied der Klubgeschäftsführung.

Er hat sich von Beginn an auch als Aufdecker gesehen. Einer, der - ausgestattet mit einem ökonomischen Verständnis - nachbohrt. So hat er 1999 gemeinsam mit seinem Parteikollegen Karl Öllinger "Die Klima Connection. Freundschaft. Euroteam: Freunderl- und Vetternwirtschaft in der SPÖ. Der Lehrlingsskandal des Bundeskanzlers. Beschäftigungsmillionen für Parteigünstlinge - Korruption in der EU" herausgegeben. Klima steht hier nicht für die Klima-Katastrophe, sondern für den damaligen Bundeskanzler Viktor Klima.


Nach dem Ausscheiden Alexander Van der Bellens aus dem Nationalrat 2008 übernahm Kogler die Rolle des Chefökonomen des Grünen Klubs. Er war dort Budget-, Finanz- und Rechnungshofsprecher der Grünen und Vorsitzender des Rechnungshofausschusses. 2009 wurde Kogler mit 100 Prozent Zustimmung zum zweiten Stellvertreter der damaligen Bundessprecherin Eva Glawischnig gewählt.

In Kurzbeschreibungen wird er manchmal als "Josef Cap plus Fachwissen" und "Peter Pilz minus Egozentrik" charakterisiert.

In die Nationalratsgeschichte wird er eingehen mit der längsten rede, die dort jemals gehalten wurde: Bei der Debatte im Budgetausschuss, die dem Beschluss des Budgets 2011 am 16. Dezember 2010 voranging, begann er um 13.18 Uhr und endete um exakt 2.00 Uhr. Nach 12 Stunden und 42 Minuten endete er mit den Worten: "Das ist eigentlich schon alles, was ich sagen wollte. Das soll’s gewesen sein. Wir sind gespannt, ob Sie unsere dargebrachten Vorschläge aufnehmen werden".




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Dokument erstellt am 2017-10-20 17:44:02
Letzte Änderung am 2017-10-20 17:56:24



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