• vom 02.11.2017, 12:16 Uhr

Politik

Update: 02.11.2017, 17:29 Uhr

Wirtschaftsbund

Leitl geht, Mahrer kommt




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • Harald Mahrer bekennt sich "ganz klar" für die Pflichtmitgliedschaft in den Kammern.

Ein herzlicher, gemeinsamer Aufritt vor der Presse: Mahrer (links) und Leitl.

Ein herzlicher, gemeinsamer Aufritt vor der Presse: Mahrer (links) und Leitl.© APAweb/APA, Georg Hochmuth Ein herzlicher, gemeinsamer Aufritt vor der Presse: Mahrer (links) und Leitl.© APAweb/APA, Georg Hochmuth

Wien. Christoph Leitl, der langjährige Präsident des ÖVP-Wirtschaftsbundes, hat am Donnerstag die Weichen für seine Nachfolge gestellt. Der 68 Jahre alte Oberösterreicher präsentierte den derzeitigen Wirtschaftsminister Harald Mahrer (44) nach einer Präsidiumssitzung als künftigen Chef des Wirtschaftsflügels der ÖVP. Noch im Dezember soll Mahrer in einer außerordentlichen Generalversammlung des Bundes gewählt werden.

Über den neuen Wirtschaftskammer-Österreich-Präsidenten wurde aber noch nicht entschieden, sagte Mahrer in einem Pressegespräch mit Leitl: Das sei "noch nicht besprochen" worden, das werde 2018 geklärt. "Wir gehen Schritt vor Schritt vor."

Offenbar gibt es zur Entscheidung über eine Nachfolge von WKÖ-Präsident Leitl auch noch keine zeitliche Festlegung. Wann im kommenden Jahr diese Personalie entschieden werden könne - üblicherweise stellt die ÖVP-Teilorganisation als stärkste WKÖ-Fraktion den Präsidenten -, ließ Leitl auf Nachfrage offen, ebenso ob er möglicherweise noch seine gesamte Periode zu Ende ausfüllen könnte. Die läuft an und für sich bis 2020. Auf hypothetische Fragen antworte er nicht, meinte Leitl. Er und Mahrer können diese Entscheidung bilateral treffen, danach ist - auf Antrag der WB-Fraktion - formal nur noch das Wirtschaftsparlament der WKÖ am Zug.



Mahrer: "Ehrenvolle Aufgabe"

Mahrer zeigte sich erfreut und stolz über die einstimmige Kür durchs WB-Präsidium für die neue Spitzenfunktion. Diese "ganz besonders ehrenvolle Aufgabe" nehme er mit "Demut" an, meinte der Wirtschaftsminister, der sich dabei durchaus "in einer Linie" mit seinen Vorgängern, beginnend mit den ersten Präsidenten Julius Raab und Rudolf Sallinger, sieht.

Mit Mahrer, der am Donnerstag als Kandidat für die Aufgabe als neuer WB-Obmann nominiert wurde - bestätigen soll das eine außerordentliche Generalversammlung im Dezember -, trete jemand in fünfter Generation an die Spitze der Organisation, der nicht nur in der Regierung als Staatssekretär und jetziger Minister hervorragende Arbeit geleistet habe, betonte Leitl. Von seiner Person und seinem Charakter her sei Mahrer "erste Wahl", so WB-Obmann WKÖ-Präsident Leitl. Die Fachkompetenz Mahrers sei ja ohnedies unbestritten. Er sei froh, dass diese seine Ansicht im Wirtschaftsbund geteilt werde.

In Ruhe Konzept ausarbeiten

Er und Mahrer würden untereinander abklären, welche Schwerpunkte sie setzen wollten und wie die bilaterale Zusammenarbeit erfolgen solle, sagte Leitl. Details dazu seien aber noch keine vereinbart worden. "Wir werden uns in Ruhe zusammensetzen und bis Dezember ein gutes Konzept ausarbeiten", so Leitl. Der Wirtschaftsbund habe sich nie vor neuen Entwicklungen gefürchtet. Man müsse diese vielmehr aktiv aufgreifen und Lösungen finden. Die Personalentscheidung sei zum geeigneten Zeitpunkt erfolgt, nämlich "nach der Wahl und vor den Veränderungen in der österreichischen Innenpolitik".

Mahrer sagte, er freue sich auf die ehrenvolle Aufgabe, die heimische Politik entscheidend mitgestalten zu können. "Wir brauchen eine neue Form von Gerechtigkeit, Stilistik und Zusammenarbeit", meinte er mit Blick auf die Phase der Regierungsbildung und die Zeit danach. Auch Leitl meinte, "wir brauchen eine Erneuerung in so vielen Bereichen", und zeigte sich erfreut darüber, dass es nach den Wahlen eine "neue innenpolitische Situation" gebe: "Die Jahre des Stillstands sind vorbei." Es komme jetzt eine Bewegung hinein, die der Wirtschaftsbund immer gefordert habe, so Leitl.

Es gebe eine Reihe von großen Herausforderungen, meinte Mahrer, und nannte etwa die Globalisierung und die Digitalisierung. Es gebe "eine lange Latte" an Themen, auch für die Regierungsbildung, bis hin zur Abgabenentlastung.

"ganz klar für Pflichtmitgliedschaft"

Mahrer bekennt sich ohne Wenn und Aber zur verpflichtenden Kammermitgliedschaft. "Ich bin ganz klar für die Pflichtmitgliedschaft", so Mahrer, weil dann der Staat die Gruppe nicht auseinanderdividieren könne.

Einer Befragung über die Pflichtmitgliedschaft unter ihren eigenen Mitgliedern steht Noch-Wirtschaftsminister Mahrer - für alle Kammern - offen gegenüber. "Wir scheuen Abstimmungen in keiner Art und Weise", es müsse hier das Qualitätsargument gelten, sagte Mahrer am Donnerstag in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Leitl. Bei einer Volksabstimmung über das Thema Kammer-Pflichtmitgliedschaft sei er dagegen "sehr sehr skeptisch".

Jedoch seien zur Frage, ob sie "auf der Höhe der Zeit seien", was ihr Service für die eigenen Mitglieder betrifft, "alle" Kammern "in Ziehung", das zu überlegen. In der WKÖ habe Präsident Leitl mit drei Reformen "eine lupenreine Leistungsbilanz vorzuweisen".





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-11-02 12:17:03
Letzte Änderung am 2017-11-02 17:29:21



Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die SPÖ erhält ihre erste Vorsitzende
  2. Am Staat vorbei
  3. Meister wird nun wie Bachelor gewertet
  4. Fingerzeig für die neue Mindestsicherung
  5. "Man kann aus der Karenz heraus Karriere machen"
Meistkommentiert
  1. Opposition geschlossen gegen
    Ende der Lehre für Asylwerber
  2. Faßmann regt Debatte über Kopftuchverbot an
  3. Kern will bei EU-Wahl antreten
  4. Politikexperten sehen "Super-Gau" für SPÖ
  5. "Nicht nur zum Schneeschaufeln da"

Die steirische Molekularbiologin und Neo-Nationalratsabgeordnete Juliane Bogner-Strauß übernimmt das Ressort Frauen, Familie und Jugend.



Werbung