• vom 10.11.2017, 18:33 Uhr

Politik

Update: 10.11.2017, 21:47 Uhr

Kollektivverträge

Lohnfindung auf Österreichisch




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  • Metallerabschluss ist herausfordernd, aber vertretbar.



Wien. (ede) Eine Herausforderung, aber durchaus vertretbar: Das am Donnerstagabend ausverhandelte Lohnplus von drei Prozent für die 130.000 Beschäftigen der Metalltechnischen Industrie - der Fachverband Bergbau-Stahl mit 17.000 Beschäftigten zog am Freitag nach - scheint angesichts der guten Auftragslage und der rund laufenden Konjunktur durchaus gerechtfertigt.

Wifo-Chef Christoph Badelt ist aber skeptisch, was die noch bevorstehenden Kollektivvertragsabschlüsse in weiteren Branchen angeht. "Man wird sehen, ob sie sich daran orientieren", sagte Badelt im Ö1-Mittagsjournal. Er glaube nicht, dass die drei Prozent überall leicht erreichbar seien, und wohl auch nicht im Öffentlichen Dienst, wo der Dienstgeber ja auch auf das Budget achten müsse und daher besonders vorsichtig sei. Im Vorjahr gab es bei den Metallern im Schnitt 1,68 Prozent Lohnplus, der Handel folgte mit 1,33 Prozent. Im Öffentlichen Dienst wurden die Gehälter um 1,3 Prozent erhöht.


In Deutschland steigt die IG Metall mit der Forderung nach einem Lohnplus von sechs Prozent und einer Arbeitszeitverkürzung in den Verhandlungsring. "Völlig weltfremd" kommentierte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger.

Kaske: "Starkes Signal"
Der Kollektivvertragsabschluss der Metaller sei "ein starkes Signal", sagte Arbeiterkammer-Präsident Rudi Kaske mit Verweis auf den "österreichischen Weg der Lohnfindung". In Österreich seien 98 Prozent der Arbeitnehmer durch Kollektivverträge geschützt. Das sei international ein Bestwert. In Deutschland etwa liege die Kollektivvertragsdichte nur bei 58 Prozent, in den USA bei zwölf Prozent. Ein Kollektivvertrag sichere unter anderem auch Weihnachts- und Urlaubsgeld und regle die Anrechnung von Karenzzeiten, Überstundenzuschläge und arbeitsfreie Tage.

"Der Abschluss von drei Prozent ist für die Betriebe fordernd und hoch, positiv ist jedoch, dass bezüglich Arbeitszeitflexibilisierung Fortschritte erzielt wurden", kommentierte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer. Wichtig für Standort und Beschäftigung sei auch, dass dadurch die von der Gewerkschaft angedrohten Kampfmaßnahmen vermieden werden konnten.




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Dokument erstellt am 2017-11-10 18:38:06
Letzte Änderung am 2017-11-10 21:47:04



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