• vom 15.01.2018, 17:33 Uhr

Politik

Update: 15.01.2018, 18:44 Uhr

NÖ-Wahl

Mehrere Wege zur Absoluten




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Von Petra Tempfer

  • Ob der Stimmenanteil der ÖVP für die Absolute reicht, hängt damit zusammen, ob es Neos und die Grünen in den Landtag schaffen.



St. Pölten. In den 15 niederösterreichischen Landtagswahlen der Zweiten Republik erreichte die Volkspartei nur viermal die 50-Prozent-Grenze nicht. Bei zwei Wahlen verfehlte sie die Absolute, und zwar bei der ersten Wahl des ehemaligen Landeshauptmanns Erwin Pröll 1993 und bei der darauffolgenden Wahl 1996. 2003 holte Pröll die Absolute zurück. Dass das auch so bleibt, stellt seine Nachfolgerin Johanna Mikl-Leitner in Frage. Heutzutage seien absolute Mehrheiten nicht mehr erreichbar, betonte diese schon mehrmals. Eine aktuelle Umfrage des "market"-Instituts im Auftrag der Tageszeitung "Der Standard" sieht die Volkspartei bei der niederösterreichischen Landtagswahl am 28. Jänner bei 46 Prozent (Schwankungsbreite 3,5 Prozent) - und damit könnte sich eine Absolute sehr wohl ausgehen.

Die Schlüsselfrage dabei sei allerdings weniger jene, "ob die Volkspartei ein Prozent mehr oder weniger bekommt", sagt dazu Politikwissenschafter Peter Filzmaier im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Da die Anzahl der Mandate entscheidend ist, gehe es vielmehr darum, wie viele der kleineren Parteien es in den Landtag schaffen. Grundsätzlich gibt es drei Szenarien. Je nachdem, ob Neos und/oder die Grünen in den Landtag kommen, müsste der Stimmenanteil der ÖVP zwischen rund 45 und 50 Prozent liegen, damit diese die Absolute behält.


Drei Szenarien
Die Absolute: Das bedeutet mehr als die Hälfte der insgesamt 56 Landtagssitze, also 29. Aktuell ist die ÖVP mit 30 Mandaten vertreten (SPÖ: 13, Team Stronach: 5, FPÖ: 4, Grüne: 4). Schaffen Neos und Grüne die Vier-Prozent-Hürde und somit den Einzug in den Landtag, "wird es für die ÖVP schwierig bis unmöglich", sagt Filzmaier. Dann bräuchte die Volkspartei nämlich rund 50 Prozent für die Absolute. Im Moment sitzt die ÖVP zwar ebenfalls gemeinsam mit kleineren Parteien im Landtag und hat dennoch die Absolute inne - laut "market"-Umfrage wird diesmal jedoch die FPÖ massiv an Stimmen und somit Mandaten gewinnen. Der Hochrechnung zufolge steigert diese ihren Anteil von 8,2 auf den Rekordwert von 17 Prozent. Und dann wird es für die ÖVP mit der absoluten Mehrheit der Mandate mehr als eng.

Zumindest laut "market"-Umfrage wäre dieses erste Szenario wahrscheinlich. Demnach gewinnt - neben der FPÖ - auch die SPÖ nach dem historischen Tiefstand vor fünf Jahren - und zwar von 21,6 Prozent auf 24 Prozent. Die Neos kommen bei ihrem ersten Antreten auf sechs Prozent. Die Grünen fallen zwar von zuletzt 8,1 Prozent auf fünf Prozent, wären somit aber noch immer im Landtag vertreten. Team Stronach tritt diesmal nicht mehr an, zwei Prozent würden für Kleinparteien bleiben.

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Dokument erstellt am 2018-01-15 17:38:05
Letzte Änderung am 2018-01-15 18:44:40



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