• vom 07.02.2018, 21:10 Uhr

Politik

Update: 07.02.2018, 21:23 Uhr

Biografie

"Es gibt lustigere Dinge als Koalitionsverhandlungen"




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Von WZ Online, APA

  • Die Sebastian-Kurz-Biografie von "Bild"-Journalist Ronzheimer wurde in Wien vorgestellt.

Bundeskanzler Kurz und Biograf Ronzheimer bei der Präsentation des Buches in Wien.

Bundeskanzler Kurz und Biograf Ronzheimer bei der Präsentation des Buches in Wien.© APAweb, HANS PUNZ Bundeskanzler Kurz und Biograf Ronzheimer bei der Präsentation des Buches in Wien.© APAweb, HANS PUNZ

Wien. Volles Haus in der Buchhandlung: Dafür sorgte  Bundeskanzler Sebastian Kurz bei der Präsentation der von "Bild"-Journalist Paul Ronzheimer verfassten Biografie. Kontrovers diskutiert wurde dabei vor allem  die sogenannte Flüchtlingskrise. Unter den zahlreichen Gästen waren nicht nur österreichische und deutsche Journalisten, sondern auch etliche Kurz-Fans, die seine Aussagen laut beklatschten.

Ronzheimer lernte Kurz, ein Jahr jünger als er selbst, als Kriegsreporter in der Ukraine kennen: "Da fiel er mir schon auf." Man blieb in Kontakt und als er ihn Jahre später, gerade aus Idomeni zurück, in Berlin traf, entspann sich eine lebhafte Diskussion über die Flüchtlingskrise. Und die setzten sie am Mittwochabend fort. Der nunmehrige Bundeskanzler bekräftigte in der Podiumsdiskussion seine bekannten Positionen in der Flüchtlingskrise und verteidigte das Schließen der Balkan-Route. Ronzheimer hingegen kritisierte die Situation an der mazedonischen Grenze scharf.

Russland und die FPÖ

Der Kanzler verteidigte auch, dass die beiden Ressorts Inneres und Verteidigung in FPÖ-Verantwortung liegen. Eine Berichtspflicht der Geheimdienste an den Bundeskanzler und den Vizekanzler sei jedenfalls nichts Außergewöhnliches und habe auch damit nichts zu tun. Kritik an der Russland-Nähe der FPÖ konnte er nicht nachvollziehen. Zwar gebe es eine Vereinbarung der FPÖ mit der führenden Partei Russlands, aber auch die hundertprozentige Zusicherung, dass keine sensiblen Daten aus Österreich weitergegeben werden - dies wäre sonst eine Straftat, so Kurz.

Auch die jüngste Nazi-Liederbuchaffäre wurde in der Podiumsdiskussion thematisiert. "Wir hatten mehrere Fälle von widerwärtigem Antisemitismus in Österreich", dies sei widerwärtig und ein Imageschaden für Österreich, so Kurz. Es sei richtig, dass derartige Fälle auffliegen und er zeigte sich beruhigt darüber, dass dies empört.

"Es gibt lustigere Dinge als Koalitionsverhandlungen"

Kurz wurde auch um eine Stellungnahme zur Koalitionseinigung in Deutschland gebeten. "Gott sei Dank", seien die Verhandlungen nun abgeschlossen, sei es doch gut, dass es im wichtigsten EU-Land stabile Verhältnisse gibt, meinte er dazu. Inhaltlich wollte er die Einigung nicht bewerten, Koalitionsverhandlungen seien immer schwierig, stellte Kurz fest: "Es gibt lustigere Dinge als Koalitionsverhandlungen." Auf die Frage, welche Koalition länger halten wird, verwies der österreichische Kanzler auf die Legislaturperioden, in Deutschland dauere diese vier, in Österreich fünf Jahre: "Insofern würd' ich mal auf Österreich tippen."

Angst zu scheitern hat Kurz, der das Buch laut eigenen Angaben noch nicht ganz gelesen hat, offenbar nicht: Zwar gebe es immer Themen, die schwierig zu lösen sind. Er und das Team würden aber jeden Tag versuchen, das Beste zu geben und er habe gelernt, dass man es nicht allen recht machen kann: "Soll man auch nicht."

Ronzheimer will beobachten, wie es mit Kurz' Karriere weitergeht und weiter mit ihm "streiten". Sein Buch könne nur eine Bestandsaufnahme sein, denn die wahre Prüfung stehe Kurz noch bevor. Sei jemand derart beliebt, sei die Gefahr auch groß, dass die Umfragewerte runter gehen. Dies sah wiederum Kurz gelassen, würde in Medien doch ständig über seine erste große Prüfung oder seinen ersten großen Fehler berichtet.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-07 21:15:41
Letzte Änderung am 2018-02-07 21:23:52



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