• vom 13.02.2018, 13:53 Uhr

Politik

Update: 13.02.2018, 14:26 Uhr

FPÖ

Kritik an Brauneder als Leiter der Historikerkommission




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (8)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA

  • NGO will FPÖ-Kommission Material über Verstrickungen der FPÖ in Rechtsextremismus zukommen lassen.

Die Historikerkommission, die die Vergangenheit der FPÖ bzw. des Dritten Lagers aufarbeiten soll, wird vom früheren FPÖ-Politiker Wilhelm Brauneder geleitet. Kritik gibt es am neuen Leiter. - © APAweb/HERBERT NEUBAUER

Die Historikerkommission, die die Vergangenheit der FPÖ bzw. des Dritten Lagers aufarbeiten soll, wird vom früheren FPÖ-Politiker Wilhelm Brauneder geleitet. Kritik gibt es am neuen Leiter. © APAweb/HERBERT NEUBAUER

Wien. Die Bestellung eines ehemaligen FPÖ-Politikers als Leiter jener Historikerkommission, die kritisch die Geschichte der Freiheitlichen beleuchten soll, stößt auf Skepsis. Für den Bund sozialdemokratischer Akademiker (BSA) ist dieses Vorgehen "nicht glaubhaft". SOS Mitmensch hält eine Kommission unter der Führung von Wilhelm Brauneder für "befangen".

"Offenheit und Transparenz sowie die Öffnung der Archive für Außenstehende sind unbedingt notwendige Voraussetzungen für eine echte Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Die Geschichte der FPÖ ist zudem eng verknüpft mit jener der Burschenschaften - diese kann daher bei einer kritischen Aufarbeitung nicht einfach ausgeblendet werden", kritisierte BSA-Präsident Andreas Mailath-Pokorny in einer Aussendung.

Pollak: Angst vor echter Aufarbeitung

"Die Nominierung von Wilhelm Brauneder als Kommissionsleiter zeugt von der Angst der FPÖ vor echter Aufarbeitung. Brauneder hat an Veranstaltungen im rechtsextremen Milieu teilgenommen und in der rechtsextremen 'Aula' Texte lanciert. Er ist befangen, weil er sich selbst zum Gegenstand seiner Untersuchung über die rechtsextremen Verstrickungen der FPÖ machen müsste", so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

Ähnliches gelte für zahlreiche Mitglieder der Koordinationsgruppe, so Pollak. So habe etwa Hilmar Kabas als Leiter des FPÖ-Bildungsinstituts über viele Jahre das rechtsextreme Magazin "Aula" unterstützt und Andreas Mölzer habe dutzende Beiträge in dem antisemitischen und rassistischen Magazin publiziert und sei darüber hinaus durch rassistische Äußerungen aufgefallen.

SOS Mitmensch kündigte an, der FPÖ-Kommission dennoch Material über die Verstrickungen der FPÖ in Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und neonazinahe Kreise zukommen zu lassen, zugleich werde aber auch die Öffentlichkeit informiert. "Wenn schon die FPÖ-Parteiführung offensichtlich kein Interesse an einer ernsthafter Aufarbeitung hat, wir und viele andere haben es", so Pollak.





1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-13 13:54:39
Letzte Änderung am 2018-02-13 14:26:59




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Mindestsicherung im Schnelldurchlauf
  2. "Wir schrecken, um wachzurütteln"
  3. Polizei-Pferde "nicht mehr zeitgemäß"
  4. Das neue Selbstbild
  5. Neue Eurofighter-Mails erhärten Betrugsverdacht
Meistkommentiert
  1. Gridlings Suspendierung gerichtlich aufgehoben
  2. Kurz kritisiert "Gräuelpropaganda"
  3. Viererkoalition unter Bürgermeister Willi steht
  4. Angekratztes Monopol
  5. Krimineller Aktionismus?

Die steirische Molekularbiologin und Neo-Nationalratsabgeordnete Juliane Bogner-Strauß übernimmt das Ressort Frauen, Familie und Jugend.



Werbung