• vom 13.02.2018, 16:47 Uhr

Politik

Update: 13.02.2018, 18:38 Uhr

Kärnten-Wahl

Bruchlinien einer Randregion




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Von Wolfgang Liu Kuhn

  • Heta-Anteile am Nassfeld stehen zum Verkauf – ein Kärntner Streitfal

Das Nassfeld gilt als Familienskigebiet.

Das Nassfeld gilt als Familienskigebiet.© WZ/Hämmerle Das Nassfeld gilt als Familienskigebiet.© WZ/Hämmerle

Klagenfurt. Rein landschaftlich könnte man von einer perfekten Winteridylle sprechen, wenn man die Gailtaler Bundesstraße entlang Richtung Kötschach-Mauthen und Nassfeld fährt: Die Gipfel der Karnischen Alpen sind mit Schnee bezuckert, die Eisdecke des Pressegger Sees glänzt in der Sonne, die vereinzelt in der Landschaft verstreuten Höfe haben sich herausgeputzt. Und es sind auch gute Nachrichten, die zuletzt aus der Region kamen: Mit einem Nächtigungsplus von 23 Prozent ist man in die Skisaison gestartet, bei den Gästeankünften wurden gar 28 Prozent mehr verzeichnet.

Doch die Zahlen und die Schneedecke können die Konflikte und Probleme nicht zudecken, mit denen die Region zu kämpfen hat. Vor allem das Bietermatch um Anteile an dem Skigebiet hat zuletzt Wunden geschlagen, die bis ins Persönliche hinein reichen - und die trotz aller Bemühungen auch ihren Weg in den laufenden Wahlkampf gefunden haben.


Ein Hypo-Folgeproblem
Die Ausgangslage: Die Heta Asset Resolution AG, also die staatliche Abbaugesellschaft der gestrandeten Hypo Alpe Adria, hält einen Drittelanteil am Nassfeld. Dem gesetzlichen Auftrag zufolge soll dieser veräußert werden, konkret geht es um 29,5 Prozent oder 56.233 Stückaktien an der Bergbahnen Nassfeld Pramollo AG, darüber hinaus stehen auch 3,81 Prozent oder 7267 Stückaktien der Grazer Wechselseitigen zum Verkauf. Schätzwert laut Gutachten: knapp 5 Millionen Euro.

Um diese Anteile rittert nun einerseits der slowakische Investor Igor Rattaj mit seiner Tatry Mountain Resorts S.A., der als großer Player in Osteuropa gilt und auch in der Slowakei, Tschechien und Polen aktiv ist. Dagegen hält eine heimische Bietergruppe um die Bauunternehmer Friedl Seiwald und Herbert Waldner, dem Chef von Riedergarten Immobilien. Die beiden führen ins Feld, dass sie bereits mit einer Seilbahn, Hotels und Restaurants am Nassfeld engagiert sind. "Schon mein Vater hat einst am Nassfeld investiert, ich bin mit meinen Unternehmen auch der größte Liftkartenkunde der Bergbahn", argumentiert Waldner.

Doch er hat die Rechnung ohne den Wirt gemach: Arnold Pucher (78) ist der Pionier am Nassfeld und hält dort aktuell einen Anteil von 17,55 Prozent. Vor allem aber hat er dank eines Syndikatsvertrags aus der Ära von Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer das Ruder in der Hand. Die Satzungen verlangen eine 75-Prozent-Zustimmung, was bei jedem Beschluss das "Ja" von Pucher und dem Unternehmer Christof Herzog (7,84 Prozent) erforderlich macht. Pucher spielt diese Trumpfkarte selbstbewusst aus und hat von vornherein alle Gespräche mit Herbert Waldner und Aufsichtsrat Reinhard Zechner - auch Geschäftsführer der Land Kärnten Beteiligungen GmbH - abgelehnt. "Waldner hat für seine Hotelgäste 20 Prozent Rabatt verlangt. Damit ist es für mich vorbei", ließ Pucher über die "Kleine Zeitung" verstimmt ausrichten und verweist auf einen Vorvertrag mit Igor Rattaj.

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Schlagwörter

Kärnten-Wahl, Nassfeld, Verkauf

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Dokument erstellt am 2018-02-13 16:53:23
Letzte Änderung am 2018-02-13 18:38:24



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