• vom 22.02.2018, 16:34 Uhr

Politik

Update: 22.02.2018, 22:05 Uhr

Verdacht auf NS-Wiederbetätigung

Ermittlungen gegen "Bruna Sudetia"




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  • Liederbuch-Affäre: Nach Hausdurchsuchung kündigt Obmann Aufarbeitung an.

Wien. (apa/rei) Einsatzkräfte haben die Räumlichkeiten der Burschenschaft "Bruna Sudetia", die im Verdacht steht, ein Liederbuch mit antisemitischen Texten verwendet zu haben, durchsucht. Dabei wurden mehrere Kisten mit unbekanntem Material beschlagnahmen. Das sagte der Obmann der Verbindung, Herwig Götschober, am Donnerstagabend bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Wien.

Ob bei den beschlagnahmten Dingen strafrechtlich Relevantes dabei ist, konnte der von der Burschenschaft beauftragte Anwalt Werner Tomanek nicht einschätzen. Auch Götschober selbst betonte, auch er wisse nicht, was in den beschlagnahmten Kisten enthalten ist. Er kündigte aber eine interne Aufarbeitung der Vorkommnisse an, zwei Anwälte sollen damit betraut werden.


Nach einem Bericht in der Wochenzeitung "Falter" steht die Burschenschaft im Verdacht, durch den angeblichen Besitz eines Liederbuchs mit antisemitischen und den Holocaust verherrlichenden Texten gegen das Verbotsgesetz verstoßen zu haben. Götschober ließ sich in Folge als Pressereferent im Büro von Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) auf eigenen Wunsch beurlauben.

Die "Bruna Sudetia", die in der NS-Zeit als "Kameradschaft Otto Planetta" (SS-Mann und Mörder von Engelbert Dollfuß) innerhalb des NS-Studentenbundes weiterbestand, war laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes bereits 2015 einschlägig aufgefallen. Demnach postete die Burschenschaft anlässlich des Nationalfeiertags auf Facebook ein Zitat der neonazistischen und verfassungsfeindlichen deutschen NPD: "Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott."

Auch im Falle der Liederbuch-Affäre der pennalen Burschenschaft "Germania zu Wiener Neustadt" ermittelt weiter die Staatsanwaltschaft. Nach dem Rückzug des FPÖ-Spitzenkandidaten bei der niederösterreichischen Landtagswahl, Udo Landbauer, verließ auch der Wiener Landtagsabgeordnete Stefan Berger die "Germania".




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-22 16:38:31
Letzte Änderung am 2018-02-22 22:05:28



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Die Wandlung: Als Kandidatin für die Bundestagswahl 1994 und als Generalsekretärin 2018.



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