• vom 30.03.2018, 18:21 Uhr

Politik

Update: 03.04.2018, 12:31 Uhr

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Die Schüler sind aufgefordert, jeweils am Ende ihrer Filme drei Fragen an die Politik zu adressieren. Diese Fragen werden Anfang Juni bei der feierlichen Gala mit Politikern diskutiert. "Ich sehe die Videos auch als Aufforderung, uns darum zu kümmern, dass unsere Zukunft menschlich ist und auf einem Miteinander aufbaut", so Weber.

"Die Probleme waren fassbarer"

In seiner Jugend hätten ihn andere Fragen beschäftigt, meint Franz Zauner, Online-Chef der "Wiener Zeitung" und Vorsitzender der Redaktionsjury. "Bei uns ging es um Emanzipation, um Demokratisierung und Selbstermächtigung." Franz Zauner war in den 1970er Jahren um die 16 Jahre alt. Er hat seine Jugend als eine sehr politische Zeit erlebt. "Unsere Themen waren noch stark durch die 68er geprägt", sagt er. Globale Probleme wie die Klima- und Umweltkrise waren noch weit weg - trotz des Berichts des Club of Rome "Die Grenzen des Wachstums", der 1972 erschienen war. "Unsere Probleme waren fassbarer. Sie waren im Vergleich zu heute leichter einzugrenzen und in Forderungen umzusetzen. Wir konnten sie gezielter adressieren. Ganz einfach deshalb, weil zu der Zeit die Nationalstaaten noch mehr Handlungsmacht hatten", sagt Zauner, der auch stellvertretender Chefredakteur der "Wiener Zeitung" ist. "Ich fand beim Durchsehen der Videos besonders gut, dass es offenbar ein Bewusstsein über die globalen Probleme gibt. Mir haben die Filme gut gefallen, die selbstreflexiv sind und einen Standpunkt beziehen."

Ina Weber erinnert sich an ihre Jugend in den 1990er Jahren als eine Zeit, in der es vor allem um die Karriere ging. "Unser Stichwort war die ‚Ich-Aktie’", sagt sie. "Es ging darum, eine möglichst gute Ausbildung zu machen, möglichst viele, natürlich unbezahlte, Praktika zu absolvieren und dann möglichst schnell eine möglichst gute Karriere zu machen." Was ihre Jugend von der heutigen unterscheide, sei vor allem das Gefühl der Sicherheit: Auch wenn der Individualisierungsdruck stark gewesen sei, habe es trotzdem eine gewisse soziale Sicherheit gegeben. "Das scheint bei dieser Generation nicht mehr so zu sein. Wir haben noch von den sozialstaatlichen Errungenschaften der Kreisky-Ära profitiert", meint sie. "Heute müssen sich die Jugendlichen etwa angesichts des Klimawandels fragen, wie lang es die Welt, die sie kennen, noch geben wird."

Medien und Politik

Die Wien-Redakteurin sieht eine besondere Verantwortung für das bange Zukunftsbild der Jugendlichen bei den Medien. In den Videos kommen diese nämlich vor allem als Überbringer der schlechten Nachricht vor. Gewalt, Katastrophen und Sensationen scheinen das einzig Berichtenswerte zu sein. "In den Filmen sind wir die Verkünder der Schreckensbotschaften", sagt Weber. "Das ist nicht gut. Wir sollten als Medienschaffende unser Augenmerk darauf richten, objektiv und fair zu berichten, damit diese Generation eine Grundlage hat, um gute Entscheidungen zu treffen. Auf der Basis von Schreckensszenarien, die vor allem Angst schüren, geht das nicht."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-30 18:27:10
Letzte Änderung am 2018-04-03 12:31:15



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