• vom 13.04.2018, 19:55 Uhr

Politik

Update: 16.04.2018, 14:26 Uhr

Future Challenge

"Leben 2030": Alles smart und gut?




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Von Cathren Landsgesell

  • Eine Podiumsdiskussion der "Wiener Zeitung" am 16. April widmet sich dem Thema Smart Living. Eine Vorschau.

Auto oder Überwachungsmachine? Smarte Geräte sind ambivalent. - © apa, afp/General Motors

Auto oder Überwachungsmachine? Smarte Geräte sind ambivalent. © apa, afp/General Motors

Wien. Autonom fahrende Fahrzeuge, selbsteinkaufende Kühlschränke und Arbeiten im globalen Team, aber vom Sofa aus: Die Technologien der Smart City und des Internets der Dinge sind bereits weit fortgeschritten und ihre großen Versprechen heißen Effizienz und Flexibilität. Doch was bedeutet "Smart Living" tatsächlich? Bringt uns eine durchdigitalisierte Zukunft tatsächlich mehr Freiheit? Werden wir in einer vernetzten Welt, weniger Ressourcen verbrauchen?

Wir werden am 16. April im Rahmen der Future Challenge "Leben 2030" darüber diskutieren. Unsere Podiumsgäste: Christian Köberl, Direktor des Naturhistorischen Museums in Wien; Isabella Mader, Vorstand des Excellence Institutes und Executive Advisor des Global Peter Drucker Forums; Mathias Mitteregger, Forscher an der TU Wien und Christian Panzer, Leiter der Unternehmensentwicklung von Wien Energie.


Mehr Strom, mehr Kosten
"Ich habe kein Smartphone, und ich will auch keines", Christian Köberl macht keinen Hehl aus seiner Skepsis gegenüber der digitalen Kultur, in der wir bereits leben. Er ist Direktor des Naturhistorischen Museums in Wien, Professor für Impaktforschung und planetare Geologie der Uni Wien. Er wird bei der Podiumsdiskussion die Keynote halten. An eine positive Vision eines smarten Lebens mag er nicht glauben: "Ich brauche dieses Internet der Dinge nicht. Ich weiß nicht, wozu es gut sein soll, wenn der Kühlschrank für mich im Supermarkt einkauft oder ein autonom fahrendes Auto auf Bestellung kommt - ich suche mir die Sachen gern selbst aus, und ich fahre mit den Öffis oder lenke selbst." Sein Verdikt: "Was als smart verkauft wird, ist ökologischer Wahnsinn, weil es fehleranfällig ist, auf Obsoleszenz beruht und letztlich Stromverbrauch und Kosten erhöht."

An der TU Wien untersucht Mathias Mitteregger, was es für Städte bedeuten könnte, wenn etwa das autonome Fahren einmal selbstverständlich sein wird. Er leitet u.a. das Forschungsprojekt "Avenue21". Autonome Fahrzeuge werden sich im öffentlichen Raum mittels ihrer Sensoren und Kameras zurechtfinden. Noch ist nicht entschieden, was mit den Daten geschieht: "Ob diese nur zum Zweck des Fahrens oder auch für andere Interessen eingesetzt werden", so Mitteregger. Wie ein Telefon als Smartphone auch zu einem Messinstrument wird, aus dessen Daten Dritte Nutzen ziehen, kann künstliche Intelligenz aus einem Auto ein Datenverarbeitungsgerät machen. "Aus meiner Sicht ist allerdings kein Platz für technologischen Pessimismus," sagt Mitteregger. "Wir sind als Menschen technologiebegabt. Wir entwickeln uns als Spezies mit den Technologien, die wir einsetzen. Schon allein deswegen leisten die Dinge, die wir schaffen, Gutes und Schlechtes. Sie sind ein Spiegel der Person, die sie einsetzt und der Gesellschaft, die sie hervorbringt."

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Dokument erstellt am 2018-04-13 20:00:14
Letzte Änderung am 2018-04-16 14:26:08



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