• vom 17.04.2018, 11:57 Uhr

Politik

Update: 17.04.2018, 15:26 Uhr

Deutschklassen

Förderung nur für Schuleinsteiger




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Von WZ Online, APA

  • Klassen sollen ab acht statt ab sechs Schülern eingerichtet werden.

Bildungsminister Heinz Faßmann im Jänner an einer Volksschule.

Bildungsminister Heinz Faßmann im Jänner an einer Volksschule.© APAweb/Bundeskanzleramt, Dragan Tatic Bildungsminister Heinz Faßmann im Jänner an einer Volksschule.© APAweb/Bundeskanzleramt, Dragan Tatic

Wien. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hält auch nach der Begutachtung an seinem Gesetzesentwurf zur Einführung von Deutschförderklassen fest. Gegenüber dem Erstentwurf gibt es aber leichte Adaptierungen: So soll eine Deutschförderklasse erst ab acht Schülern pro Standort eingerichtet werden (statt sechs), Schulen erhalten etwas mehr Spielraum bei der Organisation.

Weniger Deutschklassen als zunächst geplant

So soll der Unterricht in den Deutschförderklassen klassen- , schularten- und schulstufenübergreifend möglich sein - so ist etwa die Einrichtung einer Art Mehrstufenklasse zur Deutschförderung möglich. Außerdem sollen nicht mehr alle außerordentlichen Schüler eine Deutschförderklasse besuchen müssen, sondern nur jene, die zunächst in der ersten Schulstufe aufgenommen wurden, oder gerade in Österreich angekommene Quereinsteiger ins Schulsystem. Daraus ergeben sich weniger Deutschklassen als zunächst geplant. Statt rund 230 zusätzlicher Klassen gegenüber den bisherigen Sprachstartgruppen soll es künftig nur mehr rund 80 Klassen mehr geben.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hält an seinem Gesetzesentwurf zu Deutschförderklassen fest.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hält an seinem Gesetzesentwurf zu Deutschförderklassen fest.© APAweb/Hans Punz Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hält an seinem Gesetzesentwurf zu Deutschförderklassen fest.© APAweb/Hans Punz

Eingeführt werden soll das neue Modell unverändert schrittweise ab dem Schuljahr 2018/19. Dafür werden zunächst alle Kinder, denen bei der Schuleinschreibung Deutschmängel attestiert werden, einem einheitlichen standardisierten Test unterzogen. Ergibt dieser, dass dem Unterricht nicht ausreichend gefolgt werden kann, wird das Kind als sogenannter außerordentlicher Schüler eingestuft und kommt in eine eigene Deutschförderklasse. Dort wird dann in 15 bis 20 Wochenstunden nach eigenem Lehrplan Deutsch unterrichtet - für Gegenstände wie Zeichnen, Musik oder Turnen werden die Kinder dann aber altersgemäß den normalen Regelklassen zugeteilt.

Modellablauf für Deutschförderklassen.

Modellablauf für Deutschförderklassen.© APAweb Modellablauf für Deutschförderklassen.© APAweb

Überprüfung durch einheitlichen Test

Nach jedem Semester soll dann nach einem österreichweit einheitlichen Test überprüft werden, ob die Kinder dem Regelunterricht mittlerweile ausreichend folgen können. Ist dies der Fall, können sie unmittelbar in die Regelklassen wechseln. Ansonsten bleiben sie maximal vier Semester in der Deutschförderklasse. Nach dem Wechsel in die Regelklasse erhalten sie außerdem noch sechs Stunden pro Woche parallel zum Unterricht Förderung in einem Deutschförderkurs.

Die neuen Deutschfördermaßnahmen verteidigte Faßmann vehement: "Die Resultate der bisherigen Modelle sind alles andere als berauschend", so der Minister bei eine Pressekonferenz am Dienstag, "Es hat wenig Sinn, Schülerinnen und Schüler ohne Vorbereitung ins Sprachbad der Mehrheitsgesellschaft eintauchen zu lassen." Auch einer etwa von der Pflichtschullehrergewerkschaft geforderten Verschiebung der Maßnahme um ein Jahr erteilte er eine Absage: "Verschoben haben wir diese Problematik schon sehr lange." Viele der sich ergebenden Probleme bei der konkreten Umsetzung könnten im Zusammenspiel mit dem Ministerium geklärt werden. "Wir werden bei der Implementierung lernen und auch flexibel sein."

Sowohl Faßmann als auch der für die Deutschförderklassen und Deutschförderkurse zuständige Abteilungsleiter Martin Netzer zeigten sich zuversichtlich, dass die meisten Schüler in kurzer Zeit in die Regelklassen wechseln könnten. "Es geht nicht um die korrekte Anwendung von Dativ und Akkusativ, es geht um das Folgen des Unterrichts", so Faßmann.

Gesetzespaket morgen im Ministerrat

Das Gesetzespaket soll schon morgen, Mittwoch, den Ministerrat passieren, und im Mai im Nationalrat beschlossen werden. Organisatorisch starten die Deutschklassen bereits im Herbst - vorerst allerdings noch ohne standardisierte Tests bei der Schuleinschreibung (die für 2018/19 schon vorbei ist, Anm.). Diese sollen dann ab Jänner 2019 verfügbar sein.

Für die Deutschförderklassen gilt die reguläre Klassenschülerhöchstzahl von 25 Kindern. Diese könne vor allem bei schulstufenübergreifender Einrichtung "im Extremfall" durchaus erreicht werden, räumte Netzer ein. Dann würden aber zunächst im ersten Semester zwei Pädagogen dort arbeiten, nach einem Semester würden dann ohnehin die ersten Wechsel in die Regelklassen erfolgen.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-04-17 11:59:03
Letzte Änderung am 2018-04-17 15:26:06



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