• vom 19.04.2018, 16:58 Uhr

Politik

Update: 24.04.2018, 16:42 Uhr

Salzburg-Wahl

Endlich unangefochten




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Von Matthias Nagl

  • In die Salzburger Landtagswahl geht Wilfried Haslauer nach 14 Jahren als ÖVP-Chef erstmals als klarer Favorit.


© apa/Barbara Gindl © apa/Barbara Gindl

Salzburg. Am Sonntag wird Wilfried Haslauer, Landeshauptmann von Salzburg, voraussichtlich zum ersten Mal einen strahlenden Wahlsieg einfahren. Platz eins und ein Plus vor dem Ergebnis sind laut allen Umfragen fix. Die einzige Frage ist, wie groß das Plus ist. In den Wochen vor der Wahl stellte kein anderer Kandidat den Anspruch auf den Landeshauptmann, auch so eine Situation ist in Salzburg schon ziemlich lange her. Dabei dauert Haslauers politische Karriere inzwischen lange, in bundespolitischen Dimensionen sehr lange. Als der heute 61-Jährige im Frühjahr 2004 die Führung der Salzburger ÖVP übernahm, war Wolfgang Schüssel Bundeskanzler, die EU hatte 15 Mitglieder und Red Bull hatte noch keine Fußballmannschaft. Damit ist Haslauer mit Abstand der längstdienende ÖVP-Landeschef. Auf Bundesebene ist Sebastian Kurz sein sechster ÖVP-Obmann.

Auf Haslauers ÖVP-Regentschaft in Salzburg gibt es zwei mögliche Sichtweisen. Die wohlwollende geht so: Haslauer hat seine Partei nach neun Jahren SPÖ-Interregnum wieder zurück an die Spitze der Landesregierung geführt, dazu stellt die ÖVP aktuell zum zweiten Mal nach 1945 den Bürgermeister der Stadt Salzburg und konnte die Zahl der Bürgermeister im gesamten Land sogar ausbauen.


Die weniger wohlwollende - und weniger verbreitete - Betrachtungsweise geht so: Auch Haslauer konnte den Niedergang der einst dominierenden Kraft im Land nicht stoppen, die 29 Prozent bei der Landtagswahl 2013 bedeuteten ebenso einen historischen Tiefststand wie die 19,4 Prozent bei der Gemeinderatswahl 2014 in der Stadt.

Den Makel des historischen Tiefststandes wird Haslauer am Sonntag mit ziemlicher Sicherheit hinter sich lassen, die Umfragewerte für die ÖVP reichen von 32 bis 40 Prozent, die wohlwollende Sichtweise wird sich wohl endgültig durchsetzen. Haslauer nutzt den Amtsbonus des Landeshauptmanns voll aus. Im Wahlkampf machte er sich rar. Wenn er auftrat, gab er sich besonnen und staatstragend.

Auch SPÖ-Spitzenkandidat Walter Steidl akzeptiert Haslauers Führungsrolle im Land. Das war nach der Wahl 2013 noch gänzlich anders. Nun sagte Steidl bei der letzten Diskussionsrunde vor der Wahl: "Ich schätze an Dr. Haslauer, dass er die letzten fünf Jahre eine Regierung geführt hat mit viel Ruhe und Gelassenheit, weil es in dieser Konstellation nicht immer einfach war."

Dabei liegt Haslauer die Führungsrolle sichtlich stärker als die Rolle als Juniorpartner, die er unter SPÖ-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller innehatte. "Burgstaller war eine bunte, unkonventionelle Landeshauptfrau. Daneben war Haslauer sehr grau. Sein jetziges Amtsverständnis kommt dem eines klassischen Landeshauptmanns näher", analysiert Politikwissenschafter Reinhard Heinisch von der Uni Salzburg.

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Dokument erstellt am 2018-04-19 17:03:22
Letzte Änderung am 2018-04-24 16:42:29



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