• vom 20.04.2018, 17:21 Uhr

Politik

Update: 22.04.2018, 15:25 Uhr

Salzburg-Wahl

Spannung erst nach der Wahl




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Kaum Chancen auf den Einzug in den Landtag haben die Liste des ehemaligen Stronach-Landesrats Hans Mayr und FPS, die Liste des Ex-FPÖ-Chefs Karl Schnell. Mayr musste im Jänner nach einer Parteispendenaffäre zurücktreten, nachdem er das Team Stronach schon zwei Jahre zuvor verlassen hatte. Schnell wurde von Bundesparteichef Heinz-Christian Strache 2016 aus der FPÖ geworfen und gründete danach seine eigene Partei. Nur in einzelnen Wahlkreisen treten die KPÖ Plus und die Christliche Partei Österreichs an.

Lauer Wahlkampf
Inhaltlich drehte sich der Wahlkampf um die in Salzburg schon seit Jahrzehnten thematisierten Punkte Wohnen und Verkehr. Sicherheit und Migration thematisierten vor allem die FPÖ und die FPS, die beiden Themen spielten aber eine geringere Rolle als in anderen Wahlkämpfen der jüngeren Vergangenheit.

Für Gesprächsstoff sorgten auch teils unfreiwillig kabarettreife Wahlplakate. Besonders Grüne und Neos taten sich dabei hervor. Grünen-Chefin Astrid Rössler ließ sich nach fünf Jahren in der Landesregierung mit dem Slogan "Ich bin keine Politikerin" abbilden. Die Neos plakatierten tagelang den Slogan "Deine Stimme ist nichts wert", nur um das "nichts" in den letzten Tagen vor der Wahl durch das Wort "Gold" in pinker Schrift zu ersetzen. Für Aufregung im konservativen Salzburg sorgte Neos-Spitzenkandidat Sepp Schellhorn auch, als er in einer Schülerdiskussion erzählte, mit seinen Söhnen schon einmal einen Joint geraucht zu haben. Das Thema Cannabis-Legalisierung wurde von den Schülern als dringlichstes ausgewählt, in der folgenden Abstimmung über die Parteien kratzten die Neos an der absoluten Mehrheit.

Abgesehen von derartigen Nebenschauplätzen hatte der Wahlkampf wenig Spannendes zu bieten, in der letzten Woche wurde das von Umweltlandesrätin Rössler verordnete Tempo 80 auf wenigen Kilometern der Stadtautobahn noch einmal zum Thema. Haslauer, der sich im Wahlkampf meist staatstragend gab, zog das Thema an sich und verkündete, dass eine Rückkehr zu Tempo 100 möglich sei, jedenfalls aber ein Geschwindigkeitsunterschied zwischen Pkw und Lkw kommen müsse.

Die größte Sorge Haslauers galt aufgrund des sicher scheinenden Wahlsieges der Mobilisierung der Sympathisanten. Tatsächlich könnte die Wahlbeteiligung nach dem lauen Wahlkampf am Sonntag einen neuen Tiefpunkt erreichen. Die 71 Prozent von 2013 waren bereits ein Negativrekord, neben wenigen offenen Fragen spricht auch das für Sonntag prognostizierte Ausflugswetter gegen eine hohe Wahlbeteiligung. Dazu hat sich in Salzburg eine gewisse Wahlmüdigkeit breitgemacht. Wegen Finanzskandal, Wiederholung der Bundespräsidentenwahl, vorgezogener Nationalratswahl und regulärer Termine ist die Landtagswahl zumindest für Stadt-Salzburger die 13. Wahl in den vergangenen fünf Jahren. Ruhe kehrt aber nur relativ kurz ein, bereits in einem Jahr geht es in Salzburg mit Gemeinderats-, Bürgermeister- und EU-Wahl weiter.

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Dokument erstellt am 2018-04-20 17:27:26
Letzte Änderung am 2018-04-22 15:25:51



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