• vom 07.05.2018, 12:59 Uhr

Politik

Update: 07.05.2018, 13:41 Uhr

Innsbruck-Wahl

Willi will Viererkoalition fortsetzen




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Von WZ Online, APA

  • "Wenn's geht", soll die neue Regierung kommende Woche stehen, so der künftige Innsbrucker Bürgermeister.

Der FPÖ will Willi die viel zitierte Kontrollfunktion in der Stadt zuteilwerden lassen.

Der FPÖ will Willi die viel zitierte Kontrollfunktion in der Stadt zuteilwerden lassen.© APAweb / expa, Johann Groder Der FPÖ will Willi die viel zitierte Kontrollfunktion in der Stadt zuteilwerden lassen.© APAweb / expa, Johann Groder

Innsbruck. Der große Wahlsieger und künftige Innsbrucker Bürgermeister, Georg Willi (Grüne), will zügig eine Koalition bilden. "Wenn's geht", soll die neue Stadtregierung noch kommende Woche stehen, sagte Willi im Gespräch am Montag. Der grüne Frontmann betonte erneut, die bisherige Viererkoalition aus Grünen, Für Innsbruck (FI), ÖVP und SPÖ fortsetzen zu wollen.

Die bisherige Amtsinhaberin Christine Oppitz-Plörer (FI) wolle ja weiter politisch tätig sein, also stehe sein Angebot, dass sie Vizebürgermeisterin werden soll, so Willi. Am Dienstag sollen jedenfalls die Sondierungsgespräche mit den im Stadtsenat vertretenen Parteien starten, am kommenden Montag dann die Regierungsverhandlungen.

"Macht braucht Kontrolle" 

Der FPÖ will Willi die viel zitierte Kontrollfunktion in der Stadt zuteilwerden lassen. "Macht braucht Kontrolle", meinte der grüne Wahlgewinner - und außerdem seien die Freiheitlichen ja mit acht Gemeinderäten und zwei Sitzen im Stadtsenat "stark vertreten". Wie diese Kontrollfunktion konkret aussehen soll - etwa in Form des Vorsitzes des Finanzkontrollausschusses - sei Gegenstand der Verhandlungen.

Er wolle eine Regierung bilden, die "in eine Richtung zieht" - und dies sei in der Zusammenarbeit mit FI, ÖVP und SPÖ gewährleistet. Sorge, dass eine mögliche Mitte-Rechts Allianz gegen einen grünen Bürgermeister gebildet wird, hat Willi keine allzu große. Ein entsprechendes Vorhaben hatte FPÖ-Spitzenkandidat und Stadtparteichef Rudi Federspiel angekündigt. "Wenn ihm am Wohl der Stadt gelegen ist, dann akzeptiert er, dass es einen direkt gewählten grünen Bürgermeister gibt. Und dieser soll auch die grobe Richtung vorgeben dürfen", so Willi in Richtung Federspiel. Andernfalls würde eine Blockade entstehen, die der Stadt schade. Aber natürlich sei es Federspiels gutes Recht, andere Mehrheiten zu schmieden.

"Der Erfolg strahlt über Innsbruck hinaus"

Der Wahlerfolg vom Sonntag sei eine "Erfolg vieler Menschen", betonte Willi. Ohne die Grünen wäre der Sieg auch nicht möglich gewesen. Für viele sei es nicht leicht gewesen, sich zu "outen" und einen grünen Bürgermeisterkandidaten zu wählen, spielte Willi auf die vielen Nicht-Grün-Sympathisanten an, die für ihn votierten.

"Der Erfolg strahlt auch über Innsbruck hinaus. Es ist auch für die Grünen wieder möglich, Wahlen zu gewinnen", sah das Polit-Urgestein auch eine Signalwirkung für die Bundesebene. Man müsse einfach schauen, dass man authentisch ein grünes Programm vertritt: Es geht darum, dass man die Leute positiv mitnimmt. Angebote legen, ausprobieren, keinen erhobenen Zeigefinger".

Willi lobt Kogler

Willi schloss aus, dass er in den kommenden Jahren eine Funktion bei den Grünen auf Bundesebene bekleiden wird. "Ich werde viel zu tun haben, um in das Amt des Bürgermeisters hineinzuwachsen", will er sich laut eigenen Angaben zwar auch auf Bundesebene einbringen, aber in erster Linie voll auf Innsbruck konzentrieren.

Viel hält der ehemalige Nationalratsabgeordnete vom jetzigen Bundessprecher Werner Kogler, den er schon lange kenne. Dieser sei "als Typ, mit seinem Witz, mit seiner Fähigkeit zu erklären, mit seinem politischen Handwerk" ein sehr guter Frontmann, den er sich auch sehr gut in den kommenden Jahren an der Spitze der Partei vorstellen könne. "Aber das hängt von ihm ab und vom kommenden Bundeskongress", so Willi. Auch für die Spitzenkandidatur bei der kommenden Nationalratswahl wäre Kogler "ein sehr guter Mann". Es gebe aber auch andere, meinte der kommenden Innsbrucker Bürgermeister.





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Innsbruck-Wahl, Georg Willi

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Dokument erstellt am 2018-05-07 13:33:53
Letzte Änderung am 2018-05-07 13:41:37




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