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Politik

Update: 26.05.2018, 10:56 Uhr

UNESCO

Schützenswertes Erbe




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Von Sabine Ertl

  • Warum Bürger- und Nichtregierungsorganisationen für Österreichs Reichtum an Natur- und Kulturstätten wichtig sind.

Der Nationalpark Donau-Auen ist eine der größten weitgehend intakten Aulandschaften Mitteleuropas entlang der Donau. - © AFN

Der Nationalpark Donau-Auen ist eine der größten weitgehend intakten Aulandschaften Mitteleuropas entlang der Donau. © AFN

Wien. Vor drei Jahrzehnten hat Christian Schuhböck als Student die Umweltorganisation "Alliance For Nature" (AFN) gegründet. Warum er den Beruf eines Naturschützers ergriffen hat und wie seine Arbeit für Schutzgebiete, Nationalparks und Unesco-Welterbestätten aussieht, hat der Landschaftsökologe im Interview mit der "Wiener Zeitung" erklärt.

"Wiener Zeitung": Ihre Initiative "Rettet das Dorfertal" hat zum Nationalpark Hohe Tauern wesentlich beigetragen und Ihnen vor 30 Jahren den "Österreichischen Staatspreis für Umweltschutz" eingebracht. Hat Sie dieser beflügelt, weiter für die Natur zu kämpfen?

Information

Christian Schuhböck, Jahrgang 1962, ist Generalsekretär der von ihm 1988 gegründeten Natur-, Kultur- und Landschaftsschutzorganisation "Alliance For Nature" (AFN) mit Sitz in Wien und engagiert sich für den Schutz herausragender Natur- und Kulturlandschaften in Europa und in Österreich.

Christian Schuhböck: Nach Plänen des Kraftwerks "Dorfertal-
Matrei" sollten alle wesentlichen Gletscherbäche an der Südabdachung der Hohen Tauern abgeleitet werden. Dies hätte katastrophale Folgen für die Region gehabt, weshalb sich Bürgerinitiativen bildeten. Diese habe ich gemeinsam mit Umweltorganisationen zu einer Phalanx gebündelt. Natürlich ist ein Staatspreis eine politische Anerkennung, doch viel mehr freut es mich, dass durch die politische Absage des Kraftwerkprojekts 1989 der Weg für den Nationalpark auch in Tirol frei geworden ist. Aufgrund des Staatspreises bin ich zur "Nationalparkplanung Donau-Auen" gerufen worden und konnte durchsetzen, dass die Auenwälder am nördlichen Donauufer östlich von Wien nur noch nationalparkkonform bewirtschaftet werden.

Sie haben bei der Errichtung des Nationalparks Donau-Auen mitgewirkt.

Ja. Neben dem politischen Lobbying hat "Alliance For Nature" eine Reihe von Veranstaltungen organisiert, um auch die Bevölkerung für den Nationalpark zu gewinnen. Denn Betreiber eines Großprojektes argumentieren gerne mit den damit verbundenen Arbeitsplätzen. Größtenteils sind diese jedoch zeitlich begrenzt, während Schutzgebiete wie Nationalparks und Welterbestätten auch zukünftigen Generationen Beschäftigung bieten. Denken wir nur an all die Berufsgruppen, die von einer intakten Natur leben.

Stichwort "Welterbestätten". Sie haben sich dafür engagiert, dass Österreich 1993 der Unesco-Welterbe-Konvention beigetreten ist. Wie ist es dazu gekommen?

Das "Welterbe" war damals nahezu unbekannt. Somit mussten wir intensive Öffentlichkeitsarbeit und politisches Lobbying betreiben. Zudem waren unsere Initiativen "Weltkulturerbe Semmeringbahn" und "Welterbe Wachau" mitausschlaggebend für den Beitritt Österreichs.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-25 14:16:04
Letzte Änderung am 2018-05-26 10:56:40



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