• vom 04.06.2018, 18:16 Uhr

Politik

Update: 05.06.2018, 08:31 Uhr

Peter Kolba

"Die Liste ist nicht tot"




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Von Jan Michael Marchart und Werner Reisinger

  • Der zurückgetretene Mandatar Peter Kolba glaubt an eine erfolgreiche Zukunft der Liste Pilz.



Für Peter Kolba ist die Zeit bei der Liste Pilz nach einem halben Jahr bereits wieder vorbei.

Für Peter Kolba ist die Zeit bei der Liste Pilz nach einem halben Jahr bereits wieder vorbei.© apa/Hans Punz Für Peter Kolba ist die Zeit bei der Liste Pilz nach einem halben Jahr bereits wieder vorbei.© apa/Hans Punz

Wien. Seit vergangenem Donnerstag ist der Konsumentenschützer Peter Kolba (59) kein Abgeordneter der Liste Pilz mehr. Der interne Streit um die Rückkehr von Peter Pilz habe dazu geführt, dass er mit dem "Intrigantenstadl" nichts mehr zu tun haben möchte. Im Clinch liegt er mit der jungen Abgeordneten Martha Bißmann, die trotz "ultimativer Forderungen" schließlich doch nicht Platz für den Parteigründer machte.

"Wiener Zeitung": Die Geschichte der Liste Pilz ist eine von Desastern. Der Klub ist gespalten. Es gibt Konflikte zwischen Jung und Alt, zwischen Frauen und Männern. Wechselnde Intrigen und Loyalitäten wirken normal. Die unwürdigen Streitereien rund um die Rückkehr von Peter Pilz wurden, besonders von Ihnen, öffentlich ausgetragen - zum Schaden der Parteiintegrität. War’s das für die Liste?

Peter Kolba: Das muss man auseinanderhalten und es war nicht immer so. Die Parlamentarier und der Klub haben ein herrliches Team, das unter dieser Situation leidet. Ich hoffe, dass die Querelen ein Ende finden und Ruhe einkehrt. Dann hat man noch vier Jahre Zeit, wieder Fuß zu fassen. Dass das gelingt, halte ich für gut möglich.

Wären Sie Pilz-Wähler, würden Sie Ihre Stimme inzwischen als eine verlorene betrachten?

In diesem Augenblick würde ich das tun. Wir haben sicherlich zum Politikverdruss der Wähler beigetragen, den wir bekämpfen wollten. Die Liste ist aber nicht tot. In fünf Jahren kann das alles wieder ganz anders sein.

Warum haben Sie Ihren Rücktritt vergangenen Donnerstag so kurzfristig beschlossen? Die neue Klubspitze war nicht eingeweiht.

Ich wurde in einem lancierten Zeitungsartikel dafür kritisiert, dass ich als Parteichef nichts zustande gebracht hätte. Dabei bin ich das gar nicht. Das ist Peter Pilz. Außerdem stand darin, dass mich drei Frauen aus dem Klub für mein Kommunikationsverhalten und für die Strategie kritisieren würden. Egal ob das stimmt oder nicht, aber niemand aus der Partei ist aufgestanden und hat mich verteidigt. Wenn ich mich öffentlich anpatzen lassen muss, ziehe ich die Konsequenz daraus.

Haben Sie damit nicht den leichtesten aller Wege gewählt - einfach zu gehen, wenn es schwierig wird?

Ich bin in einem Alter und in einem Gesundheitszustand, in dem ich es mir nicht mehr zumute, dagegen zu kämpfen.

Waren Sie retrospektiv die richtige Wahl als interimistischer Klubchef? Sie haben Kritik immer sehr persönlich genommen.

Die Entscheidung war damals richtig. So sehr wir die jungen Frauen fördern wollen, uns ist der Spitzenkandidat und logische Klubobmann Peter Pilz abhandengekommen. Hätten wir eine Frau an die Front gestellt, hätte sie sich immer fragen lassen müssen: Was sagen Sie zum "Grapscher" Pilz? Ich hab das übernommen, weil ich Erfahrung habe mit Medien. Nur gibt es einige Journalisten, die die Liste runterschreiben und uns vorwerfen, dass wir kein Thema gesetzt haben. Das haben wir aber. Unter anderem zu Cannabis und Heimopfern. Wir sind aber immer nur darauf reduziert worden, was mit Peter Pilz ist.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-04 18:22:12
Letzte Änderung am 2018-06-05 08:31:34



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