• vom 10.06.2018, 10:03 Uhr

Politik


Yad Vashem

Protest der Gedenkdiener ausgesetzt




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Von WZ Online, APA

  • Wegen nicht ausreichender Finanzierung wollten Gedenkdiener Israel-Besuch von Bundeskanzler Kurz boykottieren.

Wien/Jerusalem. Kurz vor dem Besuch von Bundeskanzler Sebastian Kurz in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem haben die Gedenkdiener ihren Protest beendet. Der Gedenkdienstleistende Dominik Sölkner teilte mit, dass es Gespräche mit der Regierung über die Finanzierung des Vereins gebe. "Als Verein freuen wir uns sehr, dass die Bundesregierung die Probleme, mit dem unsere Freiwilligen konfrontiert sind, ernst nimmt und daran interessiert ist, eine Lösung zu finden", erklärte Sölkner. Die Regierung habe Handlungsbedarf eingeräumt. "Als Zeichen guten Willens haben wir unseren Gedenkdienstleistenden in Yad Vashem gebeten, am heutigen Besuch des Bundeskanzlers teilzunehmen."

Der Verein "Gedenkdienst", der die Entsendung von Gedenkdienern organisiert, hatte am Freitag angekündigt, er werde seine Tätigkeit einstellen. Grund sei die nicht ausreichende Finanzierung. Der Gedenkdienst ist wie der Zivildienst ein Wehrersatzdienst und kann zwölf Monate an Holocaust-Gedenkstätten im Ausland geleistet werden. Die Auswahl der "Diener" treffen die Vereine "Gedenkdienst" und "Österreichischer Auslandsdienst". Ersterer betreut aktuell gut 20 Personen, gesamt gibt es etwa 60 Gedenkdiener. Ein dritter Verein hat schon im Vorjahr seine Tätigkeit eingestellt.

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 Zeichen des Protestes

Nun wurde zwar vergangenen Herbst die finanzielle Unterstützung für Auslandsfreiwilligendienste durch das Parlament einstimmig von 700.000 auf 1,2 Millionen Euro erhöht, doch habe sich individuell nichts verbessert, beklagt der Verein "Gedenkdienst" am Freitag. Anstatt die Plätze einzuschränken und auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen, seien mehr Gedenk- und Sozialdiener genehmigt worden. Als Zeichen des Protestes wollten die drei aktuellen Gedenkdienstleistenden den Besuch von Kanzler Kurz und Bildungsminister Rainer Faßmann an der Gedenkstätte Yad Vashem am heutigen Sonntag nicht begleiten.

Sonntag früh hieß es nun: "Für uns als Verein Gedenkdienst ist es positiv, dass es Gespräche geben wird und wir hoffen, dass wir gemeinsam mit der Bundesregierung und den zuständigen Stellen zu einer Lösung kommen, die es dem Gedenkdienst ermöglicht, weiterhin engagierte junge Menschen zu entsenden und diese wichtige gedenkpolitische Arbeit verrichten zu lassen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen um Gedenkdienst langfristig zu sichern." 





Schlagwörter

Yad Vashem, Gedenkdienst

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Dokument erstellt am 2018-06-10 10:07:17



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Die Wandlung: Als Kandidatin für die Bundestagswahl 1994 und als Generalsekretärin 2018.



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