• vom 11.06.2018, 11:34 Uhr

Politik

Update: 11.06.2018, 11:39 Uhr

Islam

Machtkampf in IGGÖ entbrannt




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Von WZ Online, APA

  • Nach der Moscheenschließung fordert Vizepräsident Tasdögen Präsident Olgun zum Rücktritt auf.

Ein Schild des Moschee-Vereins "Nizam-i Alem" an einer Fassade am Antonsplatz in Wien-Favoriten. Dem Verein wurde der Betrieb untersagt.

Ein Schild des Moschee-Vereins "Nizam-i Alem" an einer Fassade am Antonsplatz in Wien-Favoriten. Dem Verein wurde der Betrieb untersagt.© APAweb, Roland Schlager Ein Schild des Moschee-Vereins "Nizam-i Alem" an einer Fassade am Antonsplatz in Wien-Favoriten. Dem Verein wurde der Betrieb untersagt.© APAweb, Roland Schlager

Wien. Das Vorgehen der Regierung gegen Moscheen und Imame hat in der Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) einen offenen Machtkampf ausgelöst. IGGÖ-Vizepräsident Abdi Tasdögen warf Präsident Ibrahim Olgun in einer Stellungnahme vor, die Schließungen von Moscheen initiiert zu haben und forderte Olguns Rücktritt.

Tasdögen und Olgun gehören jeweils einer anderen türkischen Fraktion innerhalb der IGGÖ an. Olgun gehört zur ATIB-Fraktion. Dieser türkische Moscheenverband genießt derzeit die Vormachtstellung in der Islamischen Glaubensgemeinschaft und gilt als verlängerter Arm der türkischen Religionsbehörde Diyanet sowie der AKP-Partei des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Tasdögen wiederum soll dem früheren IGGÖ-Präsidenten Fuat Sanac nahe stehen, dem eine Nähe zu den türkischen Nationalisten von Milli Görüs nachgesagt wird. Die Bewegung Milli Görüs ("Nationale Sicht") geht auf den 2011 verstorbenen türkischen Politiker Necmettin Erbakan zurück und ist in Deutschland der größte staatsunabhängige sunnitische Verband.

Präsident verweigert Akteneinsicht

Tasdögen hat Olgun immer wieder öffentlich kritisiert, so auch am Montag. In einer schriftlichen Stellungnahme wirft er Olgun vor, die Moscheen-Schließungen mit einer Anzeige beim Kultusamt veranlasst zu haben. Der Weg dorthin sei mit Präsident Olgun und der Regierung abgesprochen gewesen, "die Auflösung der Arabischen Kultusgemeinde sogar bezweckt. Insbesondere ist davon auszugehen, dass erst die Anträge des Präsidenten den Stein zum Rollen gebracht haben", so Tasdögen. Der Oberste Rat der IGGÖ sei in dieser Angelegenheit vom Präsidenten über Monate hin nicht informiert gewesen. In der Sitzung des Obersten Rates am Wochenende sei der Präsident von mehreren Rat-Mitgliedern sowohl schriftlich als auch mündlich aufgefordert, den vom Kultusamt erwähnten Schriftverkehr offenzulegen. "Präsident Olgun verweigerte jegliche Akteneinsicht."

Die Arabische Kultusgemeinde, die dem Präsidenten kritisch gegenüber steht, sei aufgelöst und ihre Moscheen geschlossen worden. Tasdögen vermutet, dass Schließungen weiterer Kultusgemeinden folgen könnten. Gleichzeitig sei eine neue Gemeinde, die Olgun nahestehen soll, gegründet worden. Fragen dazu sei der Präsident ausgewichen und habe die Sitzung unterbrochen, so dass weder die Presseaussendung noch der darin bekannt gegebene Drei-Punkte-Plan im Obersten Rat beschlossen worden seien.

"Aufgrund der oben genannten satzungswidrigen Handlungen des Präsidenten, haben Mitglieder des Obersten Rates ihn aufgefordert, vom Amt zurückzutreten und mitgeteilt, den Fall dem Schurarat der IGGÖ zu übertragen", erklärte Tasdögen.





Schlagwörter

Islam, Moscheen, Wien, IGGÖ

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-11 11:35:20
Letzte Änderung am 2018-06-11 11:39:30



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