• vom 13.06.2018, 08:00 Uhr

Politik

Update: 13.06.2018, 08:22 Uhr

ÖGB-Bundeskongress

"Wir sind keine Befehlsempfänger"




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Von Brigitte Pechar

  • Mehr Arbeitszeitflexibilisierung kommt für die Gewerkschaft nur mit Arbeitszeitverkürzung infrage.



Erich Foglar (l.) übergibt am Donnerstag die ÖGB-Führung an Wolfgang Katzian (r.).

Erich Foglar (l.) übergibt am Donnerstag die ÖGB-Führung an Wolfgang Katzian (r.).© apa/Herbert Neubauer Erich Foglar (l.) übergibt am Donnerstag die ÖGB-Führung an Wolfgang Katzian (r.).© apa/Herbert Neubauer

Wien. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) stellt die Weichen neu. Beim ÖGB-Bundeskongress, der am Dienstag Nachmittag eröffnet wurde, übergibt ÖGB-Präsident Erich Foglar die Stafette an Wolfgang Katzian, den bisherigen Vorsitzenden der Gewerkschaft der Privatangestellten GPA-djp. Dessen Wahl beendet den Kongress am Donnerstag. Bundespräsident Alexander Van der Bellen und der neue Wiener Bürgermeister Michael Ludwig nahmen an der Eröffnung teil.

Die rund 500 Delegierten beschließen einen gemeinsamen Leitantrag aller sieben Teilorganisationen, der unter dem Titel "Faire Arbeit 4.0 - vernetzt denken, solidarisch handeln" steht. Bereits vor Beginn des Kongresses wählten die Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) und Fraktion christlicher Gewerkschafter (FCG) ihre Vorsitzenden. Die FCG bestätigte Norbert Schnedl in dieser Funktion. Schnedl ist auch ÖGB-Vizepräsident und Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD). Er hielt ein Plädoyer für die Sozialpartnerschaft und erteilte allen Bestrebungen, die Selbstverwaltung in der Sozialversicherung zu beschneiden, eine Absage. Die AUVA müsse in vollem Umfang erhalten bleiben, sagte Schedl, der als ÖGB-Vize zur Wiederwahl ansteht. Die FSG wählte anstelle von Katzian den Vorsitzenden der Pro-Ge Rainer Wimmer zu ihrem neuen Vorsitzenden. Korinna Schumann wurde als FSG-Kandidatin für den Posten der Vizepräsidentin nominiert.

Die "Wiener Zeitung" sprach mit dem scheidenden Präsidenten über die Herausforderungen für die Gewerkschaft vor dem Hintergrund der Regierungsambitionen, die Sozialversicherung neu zu ordnen und den 12-Stunden-Tag einzuführen. Foglar (62) ist gelernter Werkzeugmacher. Seit 1987 war er in der Metaller-Gewerkschaft tätig, 2006 bis 2008 war er deren Zentralsekretär, am 1. Dezember 2008 wurde er als Nachfolger von Rudolf Hundstorfer designiert und 2009 gewählt.

"Wiener Zeitung": Der ÖGB versteht sich als Kampforganisation. Braucht der ÖGB einen Gegner wie die Regierung, an dem er sich reiben kann? Und steht dem nicht das Streben nach dem Aufrechterhalten einer funktionierenden Sozialpartnerschaft im Weg?

Erich Foglar: Der ÖGB vertritt in erster Linie Arbeitnehmerinteressen. Für soziale Gerechtigkeit kämpfen wir, seit es den ÖGB gibt. Die Wahl der Methoden ist äußerst unterschiedlich - von Verhandlungen über einen Kollektivvertrag, über Gesetze. Österreich hat mit der Sozialpartnerschaft seit 1945 ein Erfolgsmodell auf die Beine gestellt. Das heißt nicht, dass wir seither alles geschenkt bekommen haben. Wir mussten uns alles erkämpfen, sei es über Kollektivverträge, sei es über Gesetze. Wir haben uns nie gescheut, unsere Interessen deutlich kundzutun: von Protesten über Mitgliederbefragungen.




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Dokument erstellt am 2018-06-12 16:58:21
Letzte Änderung am 2018-06-13 08:22:33



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