• vom 12.06.2018, 17:10 Uhr

Politik

Update: 12.06.2018, 18:04 Uhr

Förderunterricht

Debatte um Deutschklassen geht weiter




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  • Mittwochnachmittag Treffen im Bildungsministerium. Widerstand in Innsbruck, Kritik von Gewerkschaft.

Wien. Im Bildungsministerium geben sich derzeit die Gesprächspartner in Sachen Deutschklassen die Klinke in die Hand. Am Dienstag habe es "konstruktive Gespräche" mit SPÖ-Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer gegeben, hieß es aus beiden Institutionen zur APA. Die "offenen Fragen" würden aufgearbeitet und Wien übermittle "jene Druckpunkte, also jene Standorte, über die man gesondert sprechen muss".

Die Bundeshauptstadt hatte neben anderen Einwänden auch organisatorische Probleme bei der Umsetzung geltend gemacht. Am Mittwoch ist die Pflichtschullehrer-Gewerkschaft an der Reihe.


Streit über die geplante Einführung der Deutschförderklassen gibt es indes in der von Grünen, Für Innsbruck, ÖVP und SPÖ regierten Stadt Innsbruck. Wie die frisch gekürte SPÖ-Bildungsstadträtin Elisabeth Mayr der "Tiroler Tageszeitung" erklärte, habe die Stadtregierung vereinbart, "keine separaten Deutschförderklassen in Innsbruck umzusetzen". Neben inhaltlichen Bedenken bemängelte Mayr auch die fehlenden Informationen aus dem Bildungsministerium. Am Dienstag Nachmittag ruderte Mayr aber zurück: Als Stadt sei man an die Vorgaben durch Bundes- respektive Landesregierung gebunden.

Mayr regte allerdings in einem Brief an Bürgermeister Georg Willi an, gemeinsam mit dem Städtebund Gespräche mit dem Bildungsminister zu erwirken, um eine Verschiebung auf das Schuljahr 2019/20 zu erwirken.

Kimberger kann Kritik nachvollziehen
ÖVP-Stadtparteiobmann und Vizebürgermeister Franz Gruber stellte ebenfalls klar: Für die ÖVP sei es vollkommen selbstverständlich, "dass sich alle politischen Verantwortungsträger in der Stadt natürlich an alle Gesetze halten". Die SPÖ sei offenbar von der "bundespolitischen Oppositionsarbeit instrumentalisiert" und gönne sich offensichtlich einen "besonders kreativen Interpretationsspielraum", was das Innsbrucker Koalitionsübereinkommen betrifft. "Wir haben uns geeinigt, dass wir uns im Rahmen des Städtebundes gegen eine Kürzung der sprachlichen Frühförderung und aus pädagogischer Sicht uns mit dem Städtebund gegen die Einrichtung von durchgehend getrennten Sprachlernklassen einsetzen wollen", sagte Gruber. Die Regierung habe aber gar keine durchgehend getrennten Klassen geplant.

Tirols ÖVP-Bildungslandesrätin Beate Palfrader steht den Deutschförderklassen ebenfalls positiv gegenüber, will aber erst Genaueres sagen, wenn Details aus dem Ministerium vorliegen. Die Gewerkschaft der Pflichtschullehrer in Tirol setzt auf das Treffen im Bildungsministerium Mittwochnachmittag und schließt laut TT Protestmaßnahmen nicht aus.

"Weite Teile der Kritik" kann auch der Chef der ÖVP-dominierten Pflichtschullehrergewerkschaft, Paul Kimberger, nachvollziehen. Er verlangt von der Regierung Planungssicherheit bei den ab Herbst einzurichtenden Deutschförderklassen. Am Mittwochnachmittag steht dazu ein Treffen im Bildungsministerium auf dem Programm. Er verstehe nicht, warum man nicht auf die autonomen Gegebenheiten an den einzelnen Standorten Rücksicht nehme, so Kimberger. Im Moment gingen sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Lehrerschaft die Wogen ziemlich hoch. Kimberger will, dass die Regierung auf bestehende, erfolgreiche Sprachfördermodelle aufbaut. "Ich verstehe auch nicht, warum es keine Gruppen-Obergrenze gibt." Dazu komme, dass es nach wie vor weder Diagnoseinstrumente für den Sprachförderbedarf noch Lehrpläne gebe. In Ballungsräumen könnten sich aufgrund von Raumproblemen organisatorische Schwierigkeiten ergeben. Grundsätzlich halte er aber mehr Sprachförderung für positiv.




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Dokument erstellt am 2018-06-12 17:16:22
Letzte Änderung am 2018-06-12 18:04:19



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