• vom 13.06.2018, 17:51 Uhr

Politik


Klimawandel

Neue Weinsorten wegen Klimaerwärmung gesucht




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Von Petra Tempfer

  • Wir können zwar etwas gegen den Klimawandel unternehmen - aufzuhalten ist er dennoch nicht. Österreich erarbeitet daher regionale Modelle zur Klimaanpassung. Das Förderprogramm ist europaweit einzigartig.

- © dpa/dpaweb/dpa/A3602 Frank Rumpenhorst

© dpa/dpaweb/dpa/A3602 Frank Rumpenhorst



Wien. Es war der heißeste Mai seit 1868; in Vorarlberg und vom Flachgau bis ins Nordburgenland ist es der trockenste Frühling seit 2003; in Kärnten und der Steiermark gab es wiederum doppelt so viel Regen wie in einem durchschnittlichen Frühling; und im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich fiel im Zuge des Unwetters am Dienstag in drei Stunden fast die gesamte Monatsmenge an Niederschlägen. Die Hagelversicherung bezifferte den Schaden für die Landwirtschaft mit 1,7 Millionen Euro. Die Regierungsspitze kündigte an, rasch Hilfe aus dem Katastrophenfonds prüfen zu lassen. Die SPÖ will den Helfern künftig eine unbürokratische Dienstfreistellung von ihrem Job ermöglichen, hieß es.

Es ist ein Frühling der Rekorde. Ein Frühling, wie er allerdings die Norm werden könnte. Die oft prophezeiten Folgen der Klimaerwärmung, durch die auch die Unwetterwahrscheinlichkeit steigt, werden spürbar. Aktuell ist es in Österreich schon um fast zwei Grad wärmer als 1880.


Wissenschaftliche Begleitung
Freilich kann man versuchen, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, vonseiten der Politik wird das auch getan: Ende des Vormonats hat die Regierung die Klima- und Energiestrategie beschlossen, wonach etwa Strom bis 2030 gänzlich aus erneuerbaren Energien kommen soll. Der Strategie liegen die Klimaziele von Paris aus 2015 zugrunde: eine Vereinbarung der Mitgliedstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, die globale Erwärmung bis 2100 unter zwei Grad Celsius zu halten.

Aufzuhalten ist der Klimawandel dennoch nicht. Der Klima- und Energiefonds hat daher in Kooperation mit dem Umweltministerium das Programm "Klar!" gestartet, im Zuge dessen regionale Modelle erarbeitet werden sollen, inwieweit man auf die Veränderungen des Klimawandels reagieren könnte. Bereits seit Herbst 2016 haben 23 Regionen mit wissenschaftlicher Begleitung des Umweltbundesamtes und der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg) an individuellen Anpassungskonzepten gearbeitet, 20 davon gehen jetzt in die Umsetzung. 2020 sind ein Monitoring und Adaptierungen geplant.

",Klar!‘ ist die erste Strategie dieser Art in Europa", sagte der Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, Ingmar Höbarth, am Mittwoch. Dass man jede Region einzeln betrachtet, sei der Schlüssel dazu, dass Landwirte langfristig überleben können, ergänzte Josef Plank, Generalsekretär des Umweltministeriums.

Aufgrund seiner alpinen Lage unterliege Österreich dem Klimawandel stärker als der europäische Durchschnitt - bis 2050 sei damit zu rechnen, dass sich die Schäden auf eine Höhe von 8,8 Milliarden Euro jährlich "hinaufschrauben", so Höbarth weiter. Vor allem die Land- und Forstwirtschaft sowie der Tourismus seien betroffen.

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Dokument erstellt am 2018-06-13 17:58:24



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