• vom 21.06.2018, 17:41 Uhr

Politik


Neos

"Haben Leute alleine gelassen"




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  • Am Samstag küren die Neos Beate Meinl-Reisinger zu ihrer neuen Chefin.

Meinl-Reisinger will die pinken Liberalen regionaler machen.

Meinl-Reisinger will die pinken Liberalen regionaler machen.© apa/Georg Hochmuth Meinl-Reisinger will die pinken Liberalen regionaler machen.© apa/Georg Hochmuth

Wien. Die Neos küren am Samstag Beate Meinl-Reisinger zu ihrer neuen Parteichefin. Die 40-Jährige stellt sich in der Stadthalle bei einer Mitgliederversammlung der Wahl. Sie hat mit dem 66-jährigen Vorarlberger Kaspar Erath einen Gegenkandidaten. Gefährdet ist ihre Kür dadurch aber nicht.

Zu der Mitgliederversammlung in der Wiener Stadthalle werden 330 bis 500 Besucher erwartet. Am Beginn der zweitägigen Veranstaltung wird zunächst der zurückgetretene Parteigründer Matthias Strolz verabschiedet. Danach stellen sich die Kandidaten vor. Über den Parteivorsitz wird beim ersten Wahlgang abgestimmt, ehe die Antrittsrede der neuen Parteichefin folgt.


Danach geht es mit den Wahlen der weiteren Mitglieder des Parteivorstands weiter. Es werden zwei Stellvertreter, ein Finanzreferent, ein stellvertretender Finanzreferent und zwei weitere Mitglieder des Vorstands bestellt. Diese - inklusive Parteichefin - sieben Personen sind im Vorstand stimmberechtigt. Der Bundesgeschäftsführer ist ebenfalls Mitglied des Vorstands, aber ohne Stimmrecht.

Als Stellvertreter Meinl-Reisingers werden aller Voraussicht nach die Abgeordneten Nikolaus Scherak und Sepp Schellhorn bestellt. Meinl-Reisinger ist selbst auf die beiden Mandatare zugegangen. Strolz’ Stellvertreterinnen bisher waren Meinl-Reisinger und die Europaabgeordnete Angelika Mlinar, die sich zurückzieht. Um den Posten des Finanzreferenten rittern etwa der Amtsinhaber und Nationalratsmandatar Michael Bernhard sowie die Wiener Bezirksrätin Heidemarie Zimmermann.

Mit Meinl-Reisinger wird es seit dem Abgang von Eva Glawischnig bei den Grünen erstmals wieder eine weibliche Parteichefin auf Bundesebene geben, wobei sie dieses Alleinstellungsmerkmal nicht lange behalten wird, denn Maria Stern soll im August zur Parteichefin der derzeit aus sieben Personen bestehenden Liste Pilz gewählt werden.

Angebot gegen Polarisierung
Die künftige Neos-Chefin Meinl-Reisinger will die pinke Partei "relevanter und bedeutender machen, sodass man an unseren Themen und Positionen nicht vorbeikommt". Gleichzeitig kündigte sie im APA-Interview einen Kurs der "konstruktiven Härte" gegenüber der Regierung an. Die Pinken würden "hart in der Kritik sein, aber auch konstruktive Vorschläge machen und ihre Zusammenarbeit anbieten".

Als Erstes möchte Meinl-Reisinger im Sommer durch die Regionen "fahren und zuhören". "Wir haben - selbstkritisch gesehen - einige unserer Leute alleine gelassen in den Regionen." Denen wolle man nun zur Seite stehen. "Wir müssen in jeder Region, in jeder Gemeinde ankern. Wir müssen zu den Leuten raus, uns vom Rednerpult wegbewegen."

Die Gefahr, dass die Neos ohne Strolz nicht funktionieren, ist für Meinl-Reisinger nicht gegeben. Sie spüre bei den Funktionären "Optimismus und Zuversicht". Die "große Kraft" der Neos liege darin, wertschätzend miteinander umzugehen und Teamfähigkeit zu haben. An der Stronach-Partei und der Liste Pilz sehe man, "dass es mehr erfordert, um eine Bewegung zusammenzuhalten".

Thematisch wollen die Neos eine "Partei der Mitte" bleiben und jenen ein Angebot machen, die durch die "ständige Polarisierung aufgerieben werden und verstummen". Meinl-Reisingers Herzthema sei Europa. "Das ist für mich und meine Kinder eine Schicksalsfrage." Aber auch die Bildung, die Strolz’ Steckenpferd war, bleibt ein Schwerpunkt.




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Dokument erstellt am 2018-06-21 17:49:31



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