• vom 27.06.2018, 06:30 Uhr

Politik


Bildung

Das Zeugnis für den Minister ist durchwachsen wie jene der Maturanten




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Von Martina Madner

  • Trotz baldigem Schulschluss gilt es weiterhin Aufgaben zu lösen: bei der Zentralmatura und der Deutschförderung genauso wie beim Ausbau von Ganztagsschulen und Fachhochschulen.



Wien. Offiziell dauert das Schuljahr 2017/18 noch einige Tage. De facto stehen die Noten aber bereits fest. Der Schulalltag besteht in den letzten Tagen vor den Ferien oft nur noch aus Ausflügen, Aufgaben gibt es kaum noch. Manche Schüler, jene mit erfolgreich absolvierter Reifeprüfung, müssen die Schulbank überhaupt nicht mehr drücken.

Die Aufgaben werden zum aktuellen Zeitpunkt also unter anderen verteilt: Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) übergibt welche an Kurt Scholz, die Fachhochschulkonferenz wiederum an den Minister. Aufgaben zu lösen gibt es allerdings auch noch bei der Deutschförderung und dem Ausbau von Ganztagsschulen.


Die Zentralmatura wird
evaluiert und adaptiert

Rund 43.000 Kandidaten traten im Mai zur Zentralmatura an. "Die Ergebnisse vor den Kompensationsprüfungen waren nicht so berauschend", stellt Faßmann fest; und zwar insbesondere in Mathematik an den Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS): Da hatten 22,4 Prozent nach der schriftlichen Prüfung ein "Nicht genügend". Bei Kompensationsprüfungen konnten 68 Prozent davon Mathematik doch noch positiv abschließen; bei 7,1 Prozent aber blieb es beim Fünfer. An den Berufsbildenden Höheren Schulen sorgte das Fach übrigens für 5,2 Prozent "Nicht genügend".

Damit gab es auch heuer deutlich höhere Durchfallquoten in Mathematik als in Deutsch (AHS: 0,9, BHS: 0,7 Prozent) und Englisch (AHS: 2, BHS: 3,3 Prozent). Insgesamt scheiterten bei der Zentralmatura an den AHS 7,1, an den BHS 5,2 Prozent. Das sind zwar mehr als im Vorjahr (AHS: 4,8, BHS: 3,3 Prozent), das Ergebnis liege laut Sektionschef Andreas Thaller "aber innerhalb der üblichen Schwankungsbreite". Auch Faßmann will "die Kirche im Dorf lassen", sieht nicht "den Wurm" im System. Am Vorhaben, die Zentralmatura zu evaluieren und zu adaptieren, hält er aber fest.

Einen Teil der Aufgabe, vier Foren zum Thema in Innsbruck, Graz, Linz und Wien, bei denen man vom 17. September bis 14. Dezember neben Schulvertretern und -politik auch Schüler und Eltern in die Diskussion einbinden möchte, überträgt Faßmann an Kurt Scholz. Das sei keine "ideologische Vereinnahmung", auch wenn der heutige Vorsitzende des Zukunftsfonds der Republik früher amtsführender Wiener Stadtschulrat war und damit nach wie vor als SPÖ-nahe gilt.

Ziel ist ein "faires, solides System", und zwar bereits bei der Matura im kommenden Jahr. Bis dahin braucht es Lösungen für das Stadt-Land-Gefälle; den zwar "schwachen", aber sichtbaren Gender-Effekt in Mathematik genauso wie das schlechtere Abschneiden von Schülern, die die Unterstufe in einer Neuen Mittelstufe besucht haben.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-26 17:52:37
Letzte Änderung am 2018-06-26 21:31:38



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